Helge Schneider kommt nach München und spielt am 9. und 10. August im Innenhof des Deutschen Museums. Eigentlich wollte er im Mai dreimal im Münchner Circus Krone spielen, aber daraus wurde wegen Corona natürlich nichts. 

Herr Schneider, Mitte Mai haben Sie mit einem ungewöhnlich ernsten Facebook-Video zu den Corona-Folgen Ihre Fan-Gemeinde in Aufregung versetzt. Sie wollten erst wieder auftreten, "wenn alle Freiheiten wieder da sind". Letzter Satz: "Wenn das so weitergeht, war's das." Was heißt das für Sie als Bühnenmensch?

Helge Schneider: Ich sehe das realistisch: Die nächsten zwei, drei Jahre wird das erst mal so vor sich hindümpeln. Ich habe mich aber entschlossen, Solo-Konzerte zu machen - aber nicht vor Autos. Ne Leinwand und die Band spielt im Keller: Das geht nicht, das ist Quatsch. Sondern live, auf einer Bühne und vor Leuten, die da wirklich sitzen. Jetzt gibt es die Möglichkeit, vor mehreren hundert Leuten zu spielen - das ist dann so, wie ich angefangen habe, nur dass die weiter auseinander sitzen. Das geht ja auch. Ich muss spielen, denn die Leute müssen ja ein bisschen was vom Leben haben - und ich auch. Diese Nähe, die Jazz-Musik mit sich bringt, wenn man in einem kleinen Club oder irgendwo auf engstem Raum spielt: Das ist vorbei, für lange, lange Zeit. Beim letzten Konzert vor tausend Leuten in Halle, am 10. März, wusste ich schon: Das wird jetzt für Jahre nicht mehr so sein.

Mal vom Geld abgesehen: Geht Ihnen das auch körperlich ab?