Interview mit BLM-Präsident Regionalfernsehen näher am Zuschauer

Präsident der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien: Dr. Thorsten Schmiege. Foto: Bayerische Landeszentrale für Neue Medien

Dr. Thorsten Schmiege ist seit dem 1. Oktober Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien, kurz BLM. Die Medienanstalt steht mit dem immer breiter werdenden Multimediangebot der modernen Welt vor großen Aufgaben. Wir haben mit ihm über Zukunftsfähigkeit des Fernsehens, Jugendschutz und privaten Medienkonsum gesprochen.

Die Medienwelt entwickelt sich rasant weiter. Streaming und soziale Medien ergänzen klassische Sendeformate. Welchen Beitrag kann die BLM zur Digitalisierung liefern?

Dr. Thorsten Schmiege: Mir sind da vor allem drei Dinge wichtig: 1. Die BLM will die vielfältigen lokalen und regionalen Sender im Freistaat mitnehmen auf dem Weg in die digitale Medienwelt. 2. Nur gute Leute machen gutes Programm. In Zeiten der Digitalisierung müssen wir die Ausbildung deshalb noch trimedialer ausbilden. 3. Im Meer des Medien-Angebots müssen unsere Sender oben schwimmen und sichtbar sein. Wir tun alles dafür, um ihre Auffindbarkeit im Digitalen zu sichern.

Mit dem Elternratgeber „Flimmo“ wurde ein Programm zur Unterstützung von Familien bei der Mediennutzung geschaffen. Wie kann die BLM langfristig ihrem Auftrag nach Jugendschutz gerecht werden?

Schmiege: Der Jugendschutz in Rundfunk und Telemedien gehört zu den zentralen Aufgaben der BLM. Das wird auch in Zukunft so bleiben. Im Sinne von noch mehr Nutzerschutz in der digitalen Welt ist es der Landeszentrale ein großes Anliegen, hier direkt in die Praxis und künftig noch stärker in die Breite zu wirken. Denn geändert hat sich natürlich die Mediennutzung – gerade auch zuletzt durch Homeschooling und Lockdown: Kinder und Jugendliche verbringen viel mehr Zeit mit den digitalen Medien, zum Beispiel mit Streamingdiensten. Damit sind wir beim von Ihnen erwähnten „Flimmo“. Wir haben ihn gerade an den aktuellen Bedürfnissen von Eltern neu ausgerichtet. Inhalte auch jenseits des klassischen Fernsehens stehen jetzt stark im Fokus. Zudem bietet die neue Website eine Ampel für die Bewertung, Altersangaben und medienpädagogische Empfehlungen.

Auch TV-Sender müssen sich immer multimedialer aufstellen. Wie stehen Sie zu crossmedialen Angeboten, wie etwa der Verknüpfung im Niederbayern TV (Print-)Magazin, Onlineangeboten, Social Media und dem TV-Programm?

Schmiege: Crossmedialität ist keine Option, sie ist ein Muss: Die guten Inhalte unserer bayerischen Sender müssen von Anfang an crossmedial gedacht werden. Ganz egal ob im TV, online oder im Magazin – der Content muss an sein Publikum kommen und entsprechend für den jeweiligen Kanal aufbereitet werden. Auch deshalb liegt mir – wie gesagt – die trimediale Ausbildung so am Herzen.

Welchen Stellenwert haben Regionalfernsehprogramme im Vergleich zu nationalen Angeboten?

Schmiege: Wir haben in der Corona-Pandemie beobachtet: Es gibt eine große Nachfrage nach aktuellen Nachrichten aus der Region, wissenschaftlichen Informationen und Themen aus lokaler Politik, Gesellschaft und Soziales. Dank enormer Kraftanstrengungen hat es der Lokalfunk in herausragender Weise geschafft, dieses Bedürfnis nach lokalen Inhalten zu stillen. Das ist gut angekommen beim Publikum und hat sich auch in den Reichweiten niedergeschlagen. So erreichen lokale Sender mit ihren Fakten zum Geschehen vor Ort auch Menschen, die sonst eher wenige Nachrichten konsumieren. Deshalb ist und bleibt lokaler Rundfunk unverzichtbar.

Sind Regionalsender durch ihr Angebot vor Ort näher am Zuschauer?

Schmiege: Auf jeden Fall! Die Regionalsender sind in unserer Medienlandschaft für ihr Publikum unersetzlich – dank lokalem Spirit, qualitativ hochwertiger Inhalte und dem unverwechselbaren Charme ihrer Moderatorinnen und Moderatoren. Dazu kommt: Nur wer tatsächlich vor Ort ist, weiß, was die Menschen gerade wirklich umtreibt.

Lesen Sie das vollständige Interview im NIEDERBAYERN TV Magazin, Ausgabe 9.

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