Interview mit Autor aus Norwegen Polizisten mit Kater?

Was mögen Sie an Ihrem Protagonisten, William Wisting?

Lier Horst: Als ich mich vor beinahe 13 Jahren daran machte, einen neuen norwegischen Krimihelden zu erschaffen, war mir sehr bewusst, wie er aussehen sollte. Ich war es leid, über Polizisten zu lesen, die ganz alleine und völlig betrunken oder mit einem gewaltigen Kater die Fälle lösen, Protagonisten, die jeden Tag mit einem Drei-Tage-Bart aufwachen und eine Whisky-Flasche auf dem Nachttisch stehen haben. Ich wollte einen Ermittler, der mehr so war, wie die Polizisten, die ich aus meiner Arbeit kannte. Und so ein Charakter wurde Wisting. Was ich an ihm mag, ist, dass er normal ist. Er hat sich natürlich auch im Laufe der Zeit verändert. Ich will nicht nur erzählen, wie er Fälle löst, sondern auch, was die Fälle mit ihm machen. 

Welche norwegischen Autoren lesen Sie selbst gerne?

Lier Horst: Autoren wie Karin Fossum, Agnes Ravatn und Gunnar Staalesen stehen mit ihren Texten sicherlich weit über der üblichen Prosa. In ihren Arbeiten finden sich kraftvolle literarische Bilder, sprachlich dichte und überzeugende Dialoge sowie sprachliches Feingefühl, das für ein großartiges Leseerlebnis sorgt.

Was erwarten Sie sich von der diesjährigen Buchmesse in Frankfurt?

Lier Horst: Ich habe über 50 Bücher geschrieben und werde seit 2005 ins Deutsche übersetzt – und doch ist es in diesem Jahr mein erster Besuch in Frankfurt. Ich freue mich darauf und bin gespannt, was mich erwartet.

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Das Interview wurde in englischer Sprache geführt und anschließend übersetzt. Der aktuelle Roman von Jørn Lier Horst, “Wisting und der Tag der Vermissten“, ist auf deutsch bei Piper erschienen.

 
 
 

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