Seit etwa einem Vierteljahr gibt es rund um die Geburtshilfe eine neue Leitlinie. Sie ist gemeinsam erarbeitet von deutschen, österreichischen und Schweizer Geburtsmedizinern und gilt als das Beste, was bisher zum Thema Geburt erschienen ist. Ein Kernstück darin ist die Empfehlung, dass es zwischen der werdenden Mutter und Hebamme eine 1:1-Betreuung geben sollte. Die Leitlinie gilt als ein echter Fortschritt. Fragen wir nach bei Franziska Mauerer, Hebamme am Klinikum St. Elisabeth.

Gibt es denn überhaupt genug Hebammen?

Franziska Mauerer: Nein. In Straubing bräuchten wir definitiv mehr, würd' ich sagen. Geburtshilflich definitiv mehr. Natürlich hat bei uns jede Frau bei der Geburt selber eine Hebamme. Aber die Leitlinie stellt sich vor: Die Frau kommt, und ab dem Moment betreut sie eine Hebamme die ganze Zeit. Aber das ist so nicht möglich.

Hebamme ist inzwischen eine akademisierte Berufsausbildung. Die Attraktivität soll damit deutschlandweit zugenommen haben. Würden Sie auch sagen, dass sich mehr junge Leute für die Ausbildung interessieren?