Hannes Ringlstetter ist noch sechs Wochen lang 50. Fürs Alter hat er sich ein Akku-Radl gekauft und verzichtet dafür auf Akrobatik in Reifen. Am 7. Mai erscheint Ringlstetters neues Album "Heile Welt". Unserem Autor verrät er, warum diese neuen elf Songs "nicht verhandelbar" sind und dass er aus Respekt vor seiner Band nur im "wir" darüber spricht.

Schon vor dem Interview haben beide herausgefunden, dass sie in ihrer Jugend am gleichen Ort in Straubing Cowboy und Indianer gespielt haben. Zehn Jahre versetzt, aber Allachbach-Indianer duzen sich. Für immer.

Heile Welt? Hast Du ein Schlager-Album aufgenommen?

Hannes Ringlstetter: (lacht) Nein! Da gibt es aber eine Vorgeschichte, das letzte Album hieß "Fürchtet euch nicht", das haben wir laut in die Welt hinausposaunt, da dachte ich mir jetzt, darauf brauche ich eine Antwort: einen Begriff, an dem man sich wieder reiben kann. Heile Welt ist auf der einen Seite ein Sehnsuchtsort und auf der anderen Seite ist jedem klar, dass es so etwas gar nicht gibt. Aber jeder sucht danach. Das ist der Grundgedanke des Albums. "Heile Welt" wurde vor Corona geplant und da hatten viele Menschen in meinem Umfeld und Alter Biedermeier-Tendenzen. Sie zogen sich zurück in ihre eigenen privaten Heile-Weltchen. Das fand ich schräg. Das hab ich nicht verstanden. Und dann kam Corona und alle mussten daheim bleiben und da wollten dann alle wieder raus. Das hat sich alles so verändert, während die Platte entstand (lacht). Aber ich freue mich immer noch, dass die Platte so heißt, wie sie heißt.

Warum braucht die Welt dieses heile Album?