Interview Carola Padtberg und Lena Greiner sprechen über ihr Buch mit den witzigsten Lehrer-Geschichten

Carola Padtberg und Lena Greiner (rechts) sind Redakteurinnen beim Nachrichten-Magazin Spiegel. Sie haben die Lehrergeschichten zusammengetragen. Foto: Stanley Kröger

Befremdlich, lustig, schräg: Carola Padtberg und Lena Greiner lassen Schüler die besten Geschichten über Lehrer erzählen und verraten, mit welchen 13 Typen es jeder in der Schulzeit zu tun bekommt.

Sonja Ettengruber: Frau Padtberg, Sie und Ihre Kollegin Lena Greiner sind offenbar so fasziniert vom Schulleben, dass Sie sogar Bücher darüber schreiben. Nach witzigen Schülerantworten und den Aktionen übereifriger Helikopter-Eltern haben Sie jetzt lustige Storys über Lehrer veröffentlicht. Wie kam es denn dazu?

Carola Padtberg: Es fing an mit einem Text, in dem wir über eine witzige Aktion des US-Moderators Jimmy Fallon berichteten. Er hatte seine Zuschauer gebeten, skurrile Erinnerungen an ihre Schulzeit zu verraten. Gleichzeitig haben wir unsere Leser auch nach ihren Erinnerungen aus der Schule gefragt und bekamen prompt Hunderte E-Mails über geklaute Pausenbrote, explodierte Stinkbomben, abgedrehte Hausaufgaben oder Nebenfächer, in denen jede Stunde „James Bond“ geschaut wurde.

Über die Spleens der Pädagogen haben Sie eine Lehrer-Typologie entworfen. Das Kapitel heißt „Mit diesen 13 Typen müssen Schüler rechnen“. Darin findet sich der Kumpel ebenso wie der Ausgebrannte oder die Sensible. Haben Sie einen persönlichen Favoriten?

Als Mutter von drei Kindern finde ich die Vielfalt an Menschen am tollsten, denen meine Kinder an der Schule begegnen. Natürlich ist es leichter, wenn man wahnsinnig engagierte Lehrer hat, die ihren Beruf mögen, für ihr Fach brennen und das dann den Schülern begeisternd vermitteln. In der Schule erfahren sie aber auch, dass Menschen verschieden sind und dass auch das okay ist. Wenn Kinder erleben, dass Lehrer Marotten haben und auch mal schlecht drauf sind, ist das doch eine super Erfahrung.

Jeder Schüler fragt sich wohl, was im Lehrerzim- mer so passiert. Auch hinter diese verschlossene Tür gewähren Sie Ein- blicke. Stimmt es, dass Sportlehrer ständig übers Flirten sprechen?

Nun, ich möchte nur so viel verraten: Wir haben einige Geständnisse von Lehrern im Buch. Auch der Comedian Johannes Schröder – ehemaliger Gymnasiallehrer – kommt zu Wort.

Bei allem Humor gibt es auch ein ernsteres Kapitel. Denn schließlich ist das Klassenzimmer kein rechtsfreier Raum. Sie erklären, was Lehrer dürfen und was nicht.

Wir haben einmal nachgefragt, wie das ist mit den vielen kleinen Ärgernissen: ob Lehrer das Smartphone konfiszieren dürfen, die Sitzordnung ändern, oder den Gang zur Toilette verbieten. Denn unsere Geschichten bilden ein Kaleidoskop von heute bis zurück vor 50 Jahren. Damals wurde noch mit dem Schlüsselbund geworfen, mit dem Lineal auf Finger gehauen. Es ist schon interessant zu sehen, wie anders Schule war und wie viel sich Lehrer damals herausnehmen durften.

Mit dem plötzlichen Home Schooling in der Corona-Krise musste die Digitalisierung von heute auf morgen funktionieren. „Pech und Pannen“ lautet der Titel dieses Abschnitts ...

Der Corona-Lockdown erzwang eine große Umstellung für alle, und dementsprechend hakte es am Anfang öfters. Manchmal war das lustig, manchmal aber auch zum Haareraufen. Das nötige Wissen für einen Remote-Unterricht im Lockdown mussten sich die Lehrer und Schüler ja ganz allein erarbeiten. Da kam einiges zusammen: gehackte Server, chaotische Videokonferenzen und verzweifelte Eltern.

Schule lebt von den persönlichen Begegnungen, Schule live eben. Was erwarten Sie angesichts der aktuellen Auflagen im neuen Schuljahr?

Die Kinder haben sehr viel an Selbstständigkeit, Improvisation und technischem Wissen dazugelernt. Ich sehe bei den Schülern eine große Lust darauf, alles zu bewältigen. Und das neue Schuljahr ist ja vielerorts super angelaufen. Vielleicht können wir ja von nun an das Digitale nicht als Belastung, sondern als Chance annehmen.

 

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