Innovation in Corona-Zeiten Selbstreinigende Maske - so funktioniert sie

Prototypen selbstreinigender Masken. Foto: Stefan Ostermann, 2021

Ein Erfinderteam mit Verbindung zum Passauer Gründerzentrum Innkubator hat eine selbstreinigende Maske entwickelt. Wie funktioniert das innovative Produkt?

Maximaler Schutz in der Coronapandemie, auch für den Träger. So begründete die Staatsregierung die Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken in Ladengeschäften, die mittlerweile Bestandteil des Corona-Maßnahmenkatalogs ist. Doch FFP2-Masken sind Wegwerfprodukte. Sie sind zumeist nicht für mehrfachen Gebrauch konzipiert, sind somit Kostenfaktor und schlagen in der Umweltbilanz zu Buche. Gibt es hier nicht Alternativen? 

Diese Frage stellten sich Julia Rohm (54) und Stefan Ostermann (55). Das deutsch-österreichische Entwicklerteam entwarf einen Atemschutz, der sich selbst reinigt, während man ihn trägt. Dazu werden drei Mechanismen eingesetzt. Für die Filterung wird die Atemluft durch eine FFP2-Membran geleitet. Die Maske wird mittels Elektrolyse trocken gehalten, Wassermoleküle werden dabei in ihre Bestandteile aufgespalten. Dieser Entzug der Feuchtigkeit nimmt dem Erreger einen begünstigenden Faktor. Außerdem bestehen die Elektroden aus Silber und wirken dadurch denaturierend, wie Chemiker Stefan Ostermann erklärt. Die notwendige Energie liefert eine Batterie, die per USB-Anschluss oder Powerbank geladen werden kann. Als weiterer Mechanismus kommen UV-C-Strahlen zum Einsatz, die in der Maske erzeugt werden, um krankmachende Keime unschädlich zu machen. Eine Titanoxidbeschichtung soll ebenfalls desinfizierend wirken. Momentan könne mit großer Gründlichkeit jedoch nur die Ausatemluft gereinigt werden. Für die Anwendung bei der Einatmung bedürfe es weiterer Zulassungen, wie Stefan Ostermann erläutert. Die Kosten hierfür seien hoch, daher suche man aktuell nach weiteren Investoren.

Bei der Umsetzung des Projekts erfährt das Team Unterstützung aus dem Passauer Gründerzentrum Innkubator. Dort soll der Vertrieb organisiert werden. Es handelt sich also um eine echte deutsch-österreichische Zusammenarbeit.
Die Erfinder zeigen sich optimistisch für die Zukunft. "Wir haben bereits mehrere Anfragen zur Anwendung", erklärt Ostermann. So habe ein Sanitätsdienstleister Interesse angemeldet. "Es wäre toll, wenn die Fahrer von Rettungsfahrzeugen nicht nach jedem Einsatz den gesamten Innenraum reinigen müssten", erläutert er.

Um die Tragbarkeit zu verbessern, arbeiten die Entwickler derzeit schon an der Verkleinerung der Masken – und am Gegenteil. "Es steht die Idee im Raum, auch Klimageräte mit unserer Innovation zu verbessern", sagt Ostermann. Die neueste Entwicklungsstufe der Maske soll noch in diesem Jahr in der einfachsten Variante auf den Markt gebracht werden. Der Verkaufspreis steht noch nicht fest, soll aber bei unter 100 Euro liegen.
Produktionspartner wird die Salzburger Firma Phantom Athletics sein. Deren bereits im Handel befindliche Maske soll als Basis für das neue Produkt dienen. Design und Produktionsinfrastruktur übernehmen zu können, spart Zeit und Kosten. Dieser Schritt sei ein großer Erfolg, wie die Entwickler sagen.

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