In Südamerika Fossilien von drei Meter langer Schildkröte gefunden

Der venezolanjische Paläontologe Rodolfo Sánchez liegend neben dem Panzer eines Stupendemys geographicus Männchens. Foto: Edwin Cadena/Universität Zürich/dpa/dpa

Zürich - In Sumpfgebieten Südamerikas waren vor Millionen von Jahren enorme Schildkröten mit annähernd drei Meter langem Panzer unterwegs. Forscher entdeckten in Venezuela und Kolumbien Überreste der Riesenschildkröte Stupendemys geographicus, wie sie im Fachblatt "Science Advances" schreiben.

Die Tiere konnten ein geschätztes Körpergewicht von über einer Tonne erreichen. Trotz ihrer gewaltigen Größe hatten die Schildkröten einen natürlichen Feind: Purussaurier, die eine Körperlänge von mehr als zehn Metern erreichen konnten.

Neben dem Kiefer und anderen Skelettteilen gruben die Wissenschaftler auch Panzer-Bruchstücke der Schildkröte aus, hieß es in einer Mitteilung der Universität Zürich. Die Art sei zwar bereits in den 70er Jahren entdeckt worden. Durch die neuen Fossilienfunde sei der Schildkröten-Stammbaum aber "grundlegend überarbeitet" worden.

Einige heute im Amazonasgebiet heimische Schildkrötenarten sind demnach die nächsten lebenden Verwandten der Stupendemys. Die ausgestorbene Riesenschildkröte sei aber fast hundertmal schwerer gewesen. Die Männchen hätten Hörner an ihren Panzern getragen, "ein eigenartiges und unerwartetes Merkmal", hieß es in der Mitteilung. Auch das Verbreitungsgebiet der Art sei größer gewesen als bisher angenommen: Die Tiere lebten demnach im gesamten Norden Südamerikas.

 

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