Dr. Hermann Lagally hat Medizingeschichte geschrieben. Im Jahr 1911 kam er nach Cham und wurde zu einem Vorreiter der modernen Medizin im Bayerischen Wald. So verdienstvoll sein Leben und Wirken in den kommenden Jahrzehnten sein sollten, so düster ist das Kapitel von Dr. Hermann Lagallys Tod im November 1945. Zurück ans Licht gebracht hat die Geschichte seines Lebens Josefine Schauer-Deser: "Ich wollte, dass dieser Mensch, der so viel Gutes getan hatte, nicht in Vergessenheit gerät."

"Er galt als Menschenfreund, als Philanthrop." Diese Einschätzung des Menschen Dr. Hermann Lagally stammt von seinem Enkel, der ebenfalls den Namen Dr. Hermann Lagally trägt - ein promovierter Chemiker. Diese positive Einstellung gegenüber seinen Mitmenschen sei bitter nötig gewesen, um zur damaligen Zeit als Arzt im Bayerischen Wald nicht zu verzweifeln. "Die Gegend hier bei uns war ärztliches Notstandsgebiet, die Bevölkerung war sehr arm. Oft konnte man den Arzt nicht bezahlen, dann wurden statt Geld Naturalien gegeben und die reichten von Brot, Speck, Eiern bis zu gerupften Hendln und Tauben. Manchmal hatte man aber auch das nicht, dann musste ein warmer Händedruck reichen mit dem Versprechen, bei besseren Zeiten nachzuliefern."