Impfzentrum Landshut Vorerst keine Biontech-Erstimpfungen mehr

Das Landshuter Impfzentrum muss Erstimpfungen mit Biontech vorerst einstellen. Der Impfstoff wird für die nun anstehenden Zweitimpfungen benötigt - und es fehlt der Nachschub. (Symbolbild) Foto: dpa/María José López

Herber Dämpfer für die Impfkampagne gegen das Coronavirus: In den Impfzentren können in den kommenden Wochen voraussichtlich keine Erstimpfungen mehr mit dem Vakzin des Herstellers BioNTech-Pfizer vorgenommen werden.

Das geht aus einer Nachricht der Regierung von Niederbayern an alle Impfzentren der Landkreise und kreisfreien Städte hervor. Demnach werde das gesamte BioNTech-Kontingent benötigt, um die fest terminierten Zweitimpfungen durchführen zu können. Betroffen ist auch das Impfzentrum der Stadt Landshut: Dort sind bis auf Weiteres aufgrund des akuten Impfstoffmangels ausschließlich Zweitimpfungen möglich. Niedergelassene Ärzte können dagegen auch in der Region weiter Erstimpfungen anbieten, da deren Belieferung unabhängig von den Impfzentren erfolgt.

„Dass wir in unserem Impfzentrum nun voraussichtlich wochenlang nur noch Zweitimpfungen vornehmen können, ist eine ganz schlechte Nachricht. Viele Bürgerinnen und Bürger, gerade außerhalb der Priorisierungsgruppen, warten bereits seit Monaten geduldig und diszipliniert auf ihren ersten Impftermin. Leider müssen wir viele von ihnen nun erneut enttäuschen und weiter vertrösten“, so Oberbürgermeister Alexander Putz. Dadurch entstehe natürlich Unmut und Frustration in der Bevölkerung, zumal für Geimpfte zahlreiche Corona-Regeln – von den Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen bis hin zu Test- und Quarantänepflichten – nicht mehr gelten. „Die Impfung ist nicht nur für die Gesellschaft insgesamt, sondern auch für jede und jeden Einzelnen der Weg zurück in das normale Alltagsleben. Deswegen steht die Politik in der Pflicht, jedem Impfwilligen so schnell wie möglich ein Impfangebot zu unterbreiten“, sagt Putz.

Putz: "Es scheitert allein am Impfstoff"

Vor Ort halte man seit mittlerweile einem halben Jahr die nötige Infrastruktur in Form eines großzügig dimensionierten Impfzentrums vor. „Unser Team um Leiter Thomas Schindler hat schon im April bewiesen, dass wir im Impfzentrum täglich mindestens 1.000 Bürgerinnen und Bürger impfen können. Es scheitert momentan allein an der Impfstoffversorgung.“ Als besonders ärgerlich bezeichnet Putz, dass von Bund und Ländern „monatelang eine regelrechte Impfstoffschwemme für Mai und Juni“ versprochen worden sei. „Da wurde medienwirksam darüber spekuliert, wie die Impfzentren diese Mengen überhaupt verimpfen sollen und ob die Kapazitäten in den Kommunen reichen. Jetzt haben wir Mitte, Ende Mai. Und die Realität sieht so aus, dass die Impfzentren auf absehbare Zeit mit keiner einzigen Dose für Erstimpfungen planen können.“

Der Oberbürgermeister sieht daher dringenden Gesprächs- und Handlungsbedarf: „Mir drängt sich der Eindruck auf, dass die Impfzentren regelrecht ausgetrocknet werden sollen mit dem Ziel, die Einrichtungen zeitnah zu schließen. Wenn die Staatsregierung das tatsächlich anstrebt, sollte sie das ehrlich sagen. Fest steht: Mit diesen Liefermengen kann kein Impfzentrum effektiv arbeiten. Da kann man sich diesen Aufwand wirklich sparen.“ Sollen die Impfzentren dagegen weiterhin eine wichtige Rolle bei der Immunisierung der Bevölkerung übernehmen, müssten sie endlich mit ausreichend Impfstoff für Erst- und Zweitimpfungen beliefert werden, so Putz. „Ich fordere den Freistaat dazu auf, unverzüglich für Klarheit zu sorgen. Das ist die Staatsregierung allen Bürgerinnen und Bürgern, aber auch den Bediensteten der Impfzentren schuldig!“

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