Impfungen nur vorgetäuscht? Razzia in Arztpraxen im Landkreis Passau

, aktualisiert am 23.12.2021 - 13:00 Uhr
Zwei Arztpraxen im Landkreis Passau stehen im Verdacht, bei Impfungen betrogen zu haben. Die ZKG ermittelt. (Symbolbild) Foto: Sina Schuldt/dpa/Symbolbild/dpa

Die Vorwürfe wiegen schwer: Zwei Arztpraxen im Landkreis Passau stehen im Verdacht, Impfungen gegen das Coronavirus lediglich vorgetäuscht zu haben. Es wird unter anderem wegen Betrugs und vorsätzlicher Körperverletzung ermittelt. 

Wie die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen (ZKG) am Dienstag mitteilte, wurden bereits am 16. Dezember zwei Arztpraxen und mehrere Wohnungen im Landkreis Passau durchsucht. Fünf Personen werden aktuell als Beschuldigte geführt, darunter sind auch zwei Ärztinnen. In den Praxen sollen einerseits Patienten, die sich nicht gegen Corona impfen lassen wollten, trotzdem Impfstoffetiketten für ihre Impfpässe erhalten haben. Andererseits soll bei impfwilligen Patienten der Impfstoff teilweise ohne deren Kenntnis über das vorgeschriebene Maß hinaus verdünnt worden sein. Wie viele Patienten betroffen sein könnten, ist aktuell noch unklar. Geimpft wurde in den Praxen seit April 2021. 

Darüber hinaus wird den Beschuldigten auch vorgeworfen, eine noch unbekannte Zahl von Impfungen lediglich vorgetäuscht zu haben, um unberechtigt bei der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) abrechnen zu können. Auf die Ungereimtheiten waren die Ermittler durch einen anonymen Hinweis aufmerksam geworden. An den Durchsuchungen waren 20 Polizisten aus Landshut, Passau und Straubing beteiligt. 

Gegen die Beschuldigten wird nun unter anderem wegen vorsätzlicher Körperverletzung, Betrugs, unrichtiger Bescheinigung von Schutzimpfungen gegen das Coronavirus und Gebrauchs unrichtiger Gesundheitszeugnisse ermittelt. Das Verfahren wurde ursprünglich von der Staatsanwaltschaft Passau geführt, nun aber von der ZKG übernommen. Bis zu einer etwaigen Verurteilung gilt für alle Beschuldigten nach wie vor die Unschuldsvermutung. 

Das Landratsamt Passau hat nach eigenen Angaben knapp 1.000 Patienten für einen Antikörpertest angeschrieben, mehr als 300 hätten sich am Mittwoch testen lassen. Die Aktion dauerte am Donnerstag noch an.

 
 
 

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