Immobilien Kredite beflügeln Volks- und Raiffeisenbanken

Die bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken haben im vergangenen Jahr vom Boom bei Immobilienkrediten und der Nachfrage nach Aktien profitiert. Ihr Betriebsgewinn stieg um fast 6 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro, wie der neue Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern (GVB), Gregor Scheller, am Donnerstag in München sagte. Für das laufende Jahr wagte er keine Prognose.

Das Kreditgeschäft mit Firmen und mit Privatkunden stieg im vergangenen Jahr um 9 Prozent auf 127 Milliarden Euro. "Wesentlicher Wachstumstreiber bei der Kreditvergabe war das Immobiliengeschäft." Steigende Bau- und Materialkosten sorgten für höhere Finanzierungssummen. Zugleich war lange Zinssicherheit gefragt.

Durch das Wachstum des Kreditneugeschäfts konnten die Volks- und Raiffeisenbanken den Rückgang im Zinsergebnis erstmals seit 2014 stoppen. Der Zinsüberschuss stieg leicht um 25 Millionen auf 2,9 Milliarden Euro. Mit Sorge sehe der Genossenschaftsverband die Inflation, sagte Scheller. Er hoffe, dass die Europäische Zentralbank (EZB) "den richtigen Zeitpunkt zum Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik nicht verpasst".

Das betreute Kundenanlagevolumen stieg um 9 Prozent auf fast 263 Milliarden Euro. Einen Rekordumsatz von gut 22 Milliarden Euro erzielten die Volksbanken und Raiffeisenbanken bei den vermittelten Wertpapieren, Aktien und Fonds. Dadurch wuchs ihr Provisionsergebnis um sieben Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. "Die Banken bauen ihr Provisionsgeschäft aus und machen sich unabhängiger von der Zinsentwicklung", sagte Scheller.

Dabei hielten die Institute ihre Kosten nahezu stabil. Mit weiterer Standardisierung und Automatisierung gebe es großes Potenzial für weitere Einsparungen, sagte der Verbandschef. Reine Servicedienste am Schalter verlören an Bedeutung: Die Hälfte der Kunden nutze für das tägliche Geldgeschäft Online-Banking oder App. Gleichzeitig nehme die Bedeutung von Filialen, die umfassende Beratung anbieten, zu. Die Volks- und Raiffeisenbanken haben 1908 Geschäftsstellen im Freistaat.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 

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