Hunde Das sagt der Bayerische Jagdverband dazu

Und wie sieht es in der freien Natur aus?

Freilaufende Hunde in Wäldern – dieses Thema sorgt zwischen Hundehaltern und Jägern immer wieder für Streit. Denn fast alle Wälder in Bayern sind Jagdgebiete. Und nach Art. 56 Abs. 2 Nr. 9 Bayerisches Jagdgesetz (BayJG) handelt derjenige ordnungswidrig, der „Hunde in einem Jagdrevier unbeaufsichtigt frei laufen lässt“. Und genau hier liegt auch der Knackpunkt: „Die Betonung liegt auf 'unbeaufsichtigt'“, erklärt Dr. Gertrud Helm, Sprecherin des Bayerischen Jagdverbandes. Solange der Halter auf seinen Hund einwirken kann und dieser die Kommandos auch befolgt, ist alles in Ordnung. Und dafür muss der Hund nicht zwingend angeleint sein, sondern kann auch durchaus 20 Meter entfernt frei laufen. Die häufige Aussage, in Wäldern würde eine generelle Leinenpflicht gelten, ist also falsch.

Ebenso falsch ist die Vorstellung, Jäger wären berechtigt, jederzeit auf freilaufende Hunde im Wald zu schießen. „Richtig ist, dass Jäger gemäß Art. 42 BayJG befugt sind, wildernde Hunde zu töten“, erklärt Gertrud Helm. Doch die rechtlichen Hürden dafür sind sehr hoch. Dafür müssten Hunde im Jagdrevier erkennbar dem Wild nachstellen und dieses gefährden. „Und auch dann rät der Bayerische Jagdverband seinen Mitgliedern davon ab“, so Helm. „Ein Schuss in die Luft genügt.“ Generell würde sich Gertrud Helm mehr Verständnis auf beiden Seiten wünschen. „Hundehalter sollten zum Beispiel bedenken, dass jetzt im Winter die Wildtiere herunterschalten. Werden sie dann von einem Hund aufgeschreckt und müssen wegrennen, verbrauchen sie viel Energie. Das kann für sie gefährlich oder sogar tödlich sein“, erläutert Helm. Sie appelliert deswegen an die Vernunft der Hundehalter und bittet sie, bei Waldspaziergängen ihre Hunde im Auge (und im Zweifelsfall eben an der Leine) zu behalten.

 
 
 

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