Hunde Von "großen Hunden" und "Kampfhunden"

Was versteht man unter einem großen Hund?

Diese Frage ist noch am leichtesten zu beantworten. Als große Hunde zählen alle Hunde mit einer Schulterhöhe von mehr als 50 Zentimetern - unabhängig von der Rasse.

Was versteht man unter Kampfhunden?

Bei Kampfhunden ist die Sache schon komplizierter, denn hier wird in zwei Kategorien unterschieden: Kategorie 1 umfasst Hunderassen, "denen die Kampfhundeeigenschaften Aggressivität und Gefährlichkeit unwiderlegbar unterstellt werden", wie es in der "Verordnung über Hunde mit gesteigerter Aggressivität und Gefährlichkeit" (umgangssprachlich auch "Kampfhundeverordnung" genannt) heißt. Sie gelten grundsätzlich als Kampfhunde. Wer einen solchen Hund halten möchte, braucht deswegen die Erlaubnis der Gemeinde. Eine solche wird allerdings nur in Ausnahmefällen erteilt. In Kategorie 2 fallen Hunderassen, denen die Kampfhundeeigenschaften "widerlegbar unterstellt" werden. Das bedeutet, dass der Halter die Möglichkeit hat, seinen Hund begutachten zu lassen um zu beweisen, dass er die unterstellten Eigenschaften nicht besitzt. Kommt der Gutachter zum selben Schluss, erhält der Halter ein Negativzeugnis und wird von den Restriktionen der Kampfhundeverordnung befreit. Allerdings kann im Einzelfall auch das Negativzeugnis mit Auflagen verbunden werden. Eine Auflistung welche Hunde in welche Kategorie gehören, findet sich zum Beispiel auf der Seite der bayerischen Polizei.

Bedeutet das, dass andere Hunde grundsätzlich ohne Leine geführt werden dürfen?

Nicht unbedingt. In Art. 18 Abs. 2 LStVG heißt es weiter: „Zum Schutz der in Absatz 1 genannten Rechtsgüter können die Gemeinden Anordnungen für den Einzelfall zur Haltung von Hunden treffen.“ Das bedeutet im Klartext: Gemeinden können auch spezielle Anordnungen an einen bestimmten Hundehalter richten, die dieser dann zu befolgen hat. Das kann auch Maßnahmen wie Anleinpflicht, Maulkorbzwang oder ein Warnschild am Grundstück beinhalten. Fällt ein einzelner Hund beim Gassigehen zum Beispiel wiederholt negativ auf, kann die Gemeinde verfügen, dass er in Zukunft an der Leine geführt werden muss.

 
 
 

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