Homeschooling im Lockdown Schüler lernen daheim: Wir haben uns umgehört, wie es läuft

Manche Lehrer bemühen sich, andere geben wenig Erklärungen. Es gibt Schüler, die überfordert sind, doch auch welche, die das Homeschooling seit dem zweiten Lockdown gut finden. Foto: pixabay

Videokonferenzen, Mebis-Aufträge, Online-Präsentationen: Wir haben über Instagram Meinungen zum Homeschooling gesammelt. Mit elf Schülern haben wir ausführlicher geschrieben. Die Auswahl ist nicht repräsentativ, sie soll ein Stimmungsbild schaffen.

Laura, 17 Jahre, Ludwigsgymnasium in Straubing:
Für mich ist Online-Schooling die beste Schulung der Selbstständigkeit, die in der Kollegstufe oder Uni wichtig wird. Wir arbeiten viel eigenständig und bearbeiten Arbeitsaufträge, die wir am Ende der Woche dem Lehrer zuschicken. Man lernt mehr, sich selbst mit Schulischem zu beschäftigen. Insgesamt bin ich super zufrieden mit dem Online-Unterricht der Lehrer. Viele gestalten einen effektiven, interessanten und schönen Unterricht.

Luis, 13 Jahre, Staatliche Realschule in Landshut:
Das Homeschooling läuft soweit gut. Wichtig ist, dass sich die Lehrer bemühen. Zum Beispiel durch Videos oder Videokonferenzen, diese sollten aber nicht zu lange sein. Was super ist: Meine Lehrer sind schnell erreichbar.

Ramona, 23 Jahre, Berufsfachschule Marianne-Rosenbaum in Straubing:
Einige Lehrer geben sich Mühe, die Aufgaben online zu stellen und zu erläutern. Andere gehen davon aus, dass wir alles selbst verstehen. Ein paar ziehen stur ihren Stoff mit einer Geschwindigkeit durch, dass niemand wirklich mitkommt. Wenn sich beide Parteien Mühe geben, kann Online-Unterricht sehr gut klappen. Jetzt, wo die Routine da ist, funktioniert es.

Laura, 16 Jahre, Viktor-Karell-Realschule in Landau an der Isar:
Das Homeschooling läuft ganz gut. Wir haben mehr Konferenzen als im vergangenen Jahr, trotzdem wäre mir normaler Unterricht lieber – vor allem für die Abschlussprüfung.

Eileen, 17 Jahre, Robert-Schuman- Gymnasium in Cham:
Zu den vielen Konferenzen bekommen wir zusätzliche Arbeitsaufträge. Die haben verschiedene Abgabefristen und es ist schwierig, den Überblick zu behalten. Es ist allgemein viel mehr, als wenn man alles in der Schule erledigen würde. So sitze ich oft bis spät abends noch am Schreibtisch.

Hannah, 14 Jahre, Anton-Bruckner- Gymnasium in Straubing:
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Viele von uns wohnen in Dörfern, wo die Internetverbindung zu wünschen übrig lässt. Das macht Videokonferenzen schwierig. Unsere Lehrer bemühen sich und sind immer erreichbar. Das Problem liegt nicht bei den Schulen. Die Politik soll sich um Digitalisierung kümmern.

Lucas, 20 Jahre, Döpfer-Berufsfachschule für Physiotherapie in Regensburg:
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Am Anfang haben die meisten Lehrer einfach nur ihre Präsentation durchgeklickt und ein wenig was dazu gesagt. Durch Gespräche mit den Lehrern ist es langsam besser geworden. Jetzt haben wir die richtige Mischung aus Frontalunterricht, Breakout Rooms für kleine Gruppenarbeiten sowie selbstständigen Arbeitsaufträgen. So läuft es ganz gut, aber ist auch deutlich anstrengender für Schüler und Lehrer.

Anna-Sophia, 19 Jahre, Studentin an der TH Deggendorf:
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Das Lernen daheim läuft bei uns auf zwei Arten: Manche Profs zeichnen Vorlesungen auf und stellen diese als Video zur Verfügung. Andere halten Live-Vorlesungen als Videokonferenz. Die haben den Vorteil, dass wir Fragen direkt stellen können, ansonsten geht das nur per Mail oder in Frageforen. Die Aufzeichnungen haben dagegen den Vorteil, dass man pausieren kann und sich etwas noch einmal ansehen kann.

Marina, 17 Jahre, Johannes-Turmair- Gymnasium in Straubing:
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Im ersten Lockdown hatten wir kaum Videokonferenzen, die Arbeitsaufträge bekamen wir per E-Mail, Elternportal oder Mebis, was manchmal verwirrend war. Jetzt läuft alles einheitlich über Microsoft Teams. Wir haben Unterricht nach Stundenplan. Das finde ich gut, da man viel besser mitkommt. Man verliert auch den Tagesrhythmus nicht so sehr.

Tobias, 12 Jahre, Staatliche Realschule in Landshut:
Der Unterricht von zu Hause klappt gut. Hin und wieder gibt es Probleme, wenn die Apps überlastet sind. Dann kann ich Material nicht rechtzeitig hochladen. Manchmal bräuchte es bei neuem Stoff noch mehr Erklärung. Aber gerade im Vergleich zum ersten Lockdown läuft es nun viel besser. Wir haben regelmäßige Videokonferenzen und wissen, was wir erledigen sollen.

Sonja, 27 Jahre, Jugendsozialarbeiterin an einer Mittelschule:
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Vor allem an der Mittelschule ist es schwer, alle zu erreichen. Manche haben kein WLAN, andere keine Endgeräte, viele lernen über ihre Handys mit Datenvolumen. Auch wenn es beim Großteil ganz gut klappt, spitzen sich die Probleme dadurch zu. Die Jugendlichen, die vorher zu mir gekommen sind zum Reden, haben nun kaum eine Plattform. Ich versuche, virtuell zu helfen. Aber ein aufmunterndes Lächeln vermittelt man so leider schlecht.

 

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