"Holy shit - was für ein Trail" Lamer Winkel hat einen neuen König vom Bayerwald

Bei gutem Laufwetter starteten 700 Läufer beim 2. Ultra Trail Lamer Winkel. Foto: Marco Felgenhauer

Fünf Stunden, neun Minuten und zwölf Sekunden. Nach dieser Zeit erreicht Matthias Dippacher alias „Dippi“ sein Tagesziel. Gemeint ist keineswegs die Anreise aus seinem Heimatort Oy-Mittelberg bei Kempten im Allgäu. Der begeisterte Bergläufer und einer der Besten seines Fachs in Deutschland ist gerade 53 Kilometer quer durch den Lamer Winkel gelaufen – und muss nicht einmal wirklich schnaufen.

Was für viele wie ein Ding der Unmöglichkeit klingen mag, haben außer Dippacher am Samstag noch 699 andere Läufer und Läuferinnen gemeistert. Bei der zweiten Auflage des Ultra Trails Lamer Winkel wurde das Teilnehmerfeld gegenüber 500 im Vorjahr auf 700 aufgestockt. „Inklusive der Wartelistenplätze hatten wir sogar weit über tausend Anmeldungen aus ganz Deutschland“, erzählte Maria Koller stolz. Die Trailrunnerin aus der Lam hatte den Lauf 2015 gemeinsam mit ihrem Kollegen Markus Mingo und ein paar anderen Läufern ins Leben gerufen. „Wir wollten unsere Lieblingsstrecken im schönen Lamer Winkel gerne zu einem großen Ultra Trail zusammenlegen", erklärte Koller die ursprüngliche Idee.

Ultra Trail Lamer Winkel schon jetzt deutschlandweit geschätzt

Ergebnis dieser Überlegung war der „König vom Bayerwald“. Ein Ultra-Trail, der sich bereits in der Laufszene rumgesprochen hat und im letzten Jahr teils mit dem Spruch "Holy shit - was für ein Trail" gelobt wurde. Auf einer U-förmigen Strecke lief ein Großteil der 700 Läufer auch heuer wieder ganze 53 Kilometer, bei denen zusätzlich 2600 Höhenmeter zu bewältigen waren. Vom Massenstart im Arracher Seepark bewegte sich das Feld auf direktem Wege aufs Eck, wo der erste Zuschauer-Hotspot wartete, um die Läufer anzufeuern. Dann ging es 15 Kilometer über einen Höhenzug bis zum Arber, wobei die Trailrunner 10 Tausender hinter sich ließen. Koller beschreibt die Strecke zwischen Eck und Arber gerne als "einen der schönsten Höhenzüge, die der Bayerische Wald zu bieten hat“.

Bei strahlendem Sonnenschein und somit deutlich besserem Wetter als im Vorjahr ging es über Ebensäge, das Langlaufzentrum Lohberg-Scheiben und das Zwercheck weiter bis zum Osser. Nach dessen Überquerung liefen die Läufer schließlich in das Lamer „Wohnzimmer“ am Marktplatz ein. Zwischen Arber und Osser lagen zwei kurze Stellen, die sich direkt auf der Grenze zu Tschechien befinden. Außerdem hatten die Teilnehmer nicht nur mit diversem Untergrund ihr Schaffen (lediglich zwei Prozent der Strecke werden auf Asphalt gelaufen). Dazu kommen verschiedene Luftverhältnisse, da sich während des Trails ein Höhenunterschied von fast 1000 Metern ergibt.

Matthias Dippacher kam mit dieser Herausforderung diesmal am besten klar, nachdem er den lange in Führung liegenden Stefan Holzner überholen konnte. Holzner, seines Zeichens fünffacher Ironman-Sieger, überquerte mit einer Zeit von 05:09:39 nur wenige Sekunden nach Dippacher die Ziellinie. Krah Matthias machte das Podest nach 05:25:16 vollständig. „Königin“ vom Bayerwald wurde Eva Sperger, die mit einer Zeit von 06:06:16 durchschnaufen konnte.

Osserriese 25 statt 13 Kilometer

Für diejenigen, die sich die lange Strecke nicht zutrauten oder es etwas langsamer angehen wollten, gab es wieder einen kürzeren Lauf. Der „Osserriese“ startete am Lohberger Sportplatz, war jedoch dieses Jahr fast doppelt so lang wie bei der Premiere 2015. Aus 13 wurden 25 Kilometer, die der Sieger Thomas Kerner in 02:12:37 absolvierte. Wenige Minuten später kam der Tscheche Tomas Eisner ins Ziel (02:19:36), gefolgt von Tina Fischl (02:27:29).

Alle Ergebnisse, Zahlen und Fakten zum zweiten Ultra Trail Lamer Winkel finden Sie hier.

Dass die Organisatoren Maria Koller und Markus Mingo diesmal nicht selbst teilnahmen hat einen erfreulichen Grund. Die beiden Runner vom Team Gamsbock fahren derzeit im Schongang im Hinblick auf die Berglauf-WM in Slowenien am 18 . Juni. Nachdem sie die WM-Norm geschafft haben, dürfen die Lamerin und der Kötztinger dort die deutschen Farben vertreten. „Es kribbelt natürlich schon ziemlich. Wir wären beide sehr gerne mitgelaufen. Aber wir wollen jetzt definitiv kein Risiko mehr eingehen“, sagt Koller.

 

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