Hochschulgesetz Corona angepasst Fristen werden flexibler, BaFög-Dauer verlängert

Im durch Corona gebeutelten Sommersemester und darüber hinaus sollen Bayerns Studenten bei ihren Fristen entlastet werden. (Symbolbild) Foto: Swen Pförtner/dpa

Studentinnen und Studenten im Freistaat erhalten dank neuer gesetzlicher Regelungen Unterstützung in der Corona-Krise. Durch eine Änderung des Bayerischen Hochschulgesetzes, die am Mittwoch im Bayerischen Landtag beschlossen wurde, werden sich unter anderem an die Regelstudienzeit gebundene Fristen automatisch um ein Semester verlängern.

Wissenschaftsminister Bernd Sibler gab die Änderungen am Freitag in München bekannt. Man wolle dafür sorgen, "dass das Sommersemester 2020 kein verlorenes Semester wird", sagte er. Zum Beispiel soll die Förderungshöchstdauer beim BaFög unbürokratisch verlängert werden können, falls das aktuelle Sommersemester für Studenten wegen Corona eine Nullnummer werden sollte. "Außerdem sollen unseren Studentinnen und Studenten möglichst keine Nachteile entstehen, wenn sie in der aktuellen Krisensituation keine oder nicht alle Prüfungen ablegen können", erklärte Sibler. Daher werde das Sommersemester im Hinblick auf prüfungsrelevante Fristen nicht als Fachsemester gelten und im Falle eines Nichtantritts würden keine Zweit- und Drittversuche verloren gehen.

Mehr Zeit für die Nachweise

Für Master-Studenten, die seit Sommersemester 2019 ihr Studium begonnen haben, bedeuten die Änderungen außerdem, dass sie Fristen für den Nachweis von Zugangsvoraussetzungen ein halbes Jahr verlängern könen, wenn diese Corona-bedingt ohne eigenes Verschulden nicht eingehalten werden konnten. Für die Immatrikulation zum Wintersemester 20/21 und zum Sommersemester 2021 gilt jetzt, dass "Erstis" den Nachweis ihrer benötigten Qualifikationsvoraussetzungen bis zu ein Jahr nach Aufnahme des Studiums nachreichen können, wenn die Abgabe durch die Krise erschwert oder unmöglich war.

Modellversuch für elektronische Fernprüfungen

Zudem arbeitet das Wissenschaftsministerium laut Sibler aktuell an einer Rechtsverordnung, die den Hochschulen in einem Modellversuch elektronische Fernprüfungen ermöglichen soll. Dies könne beispielsweise sinnvoll sein, wenn Studenten Pandemie-bedingt nicht zu einer Prüfung anreisen könnten oder eine Präsenzprüfung aus Sicherheitsgründen nicht möglich sei.

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