Hintergrund Was ist eigentlich Ethylenoxid?

Zuletzt mussten in Supermärkten mehrere Produkte zurückgerufen werden, in denen Rückstände von Ethylenoxid festgestellt wurde. (Symbolbild) Foto: Federico Gambarini

Ob Curry, Instantnudeln oder Fitnessriegeln: In jüngster Zeit häufen sich Lebensmittelwarnungen, die mit dem Stoff Ethylenoxid zusammenhängen. Doch was ist das eigentlich genau - und warum ist der Verzehr von damit belasteten Produkten gefährlich? Wir habem beim Bundesinstitut für Risikobewertung nachgefragt. 

Was genau ist Ethylenoxid?

Ethylenoxid ist ein Gas, das bei Raumtemperatur farblos ist. Es ist sehr reaktiv und besitzt starke antibakterielle Eigenschaften. 

Wofür wird es verwendet? 

In der chemischen Industrie ist Ethylenoxid ein wichtiges Zwischenprodukt. In der EU sind Ethylenoxid-haltige Biozidprodukte auch zur Desinfektion zugelassen - aber nur, wenn sie nicht in Kontakt mit Lebensmitteln kommen. Bei Pflanzenschutzmitteln ist Ethylenoxid in der EU dagegen vollständig verboten. 

Wie kann es dann passieren, dass Ethylenoxid trotzdem seinen Weg in Lebensmittel findet?

Analysen von deutschen Lebensmittelüberwachungs-Behörden lassen vermuten, dass Ethylenoxid außerhalb der EU nach wie vor als Begasungsmittel zur Desinfektion von Lebensmitteln verwendet wird. Das kann dann auch Produkte betreffen, die in Deutschland verkauft werden, wie die jüngsten Lebensmittelwarnungen gezeigt haben. 

Warum ist Ethylenoxid für Menschen so gefährlich?

Ethylenoxid hat erbgutverändernde und krebserzeugende Eigenschaften. Bisher konnte allerdings kein Schwellenwert, ab dem eine schädigende Wirkung auftritt, festgelegt werden. Damit ist im Umkehrschluss auch die Ableitung eines Referenzwertes ohne Gesundheitsrisiko nicht möglich. Rückstände des Stoffes in Lebensmitteln sind deswegen grundsätzlich nicht erwünscht. 

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