Der Umweltminister spricht auf Youtube und die Wörther hören ihm ganz genau zu: Schließlich geht es um den Polder. Etwas Neues erzählt er dabei nicht - schon zuvor war eigentlich bekannt, was passiert. Der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber (FW) versucht, die für Wörth bittere Botschaft zu verpacken: In seiner eigenen Heimat Forchheim habe man im Juni Pegelstände ungekannten Ausmaßes gemessen. Das wolle er eben für die Donau nicht.

Das Bild eines Katastrophenszenarios, das Glauber zeichnet, soll Angst machen und Dringlichkeit signalisieren: Mit einem Baubeginn vor 2030 ist allerdings ohnehin nicht zu rechnen. Außerdem, sagt Markus Hörner, Vorsitzender der Interessengemeinschaft gegen Flutpolder im östlichen Landkreis Regensburg (IG Polder), würde ein Polder in solchen Fällen überhaupt nicht helfen: "Das sind Starkregenereignisse, die meist dort stattfinden, wo auch die Überflutungen sind." Lokale Rückhaltebecken würden für solche Fälle gebraucht - kein Polder, der ohnehin erst flussabwärts stehe.