Hilfe für die Ukraine Diese Ansprechpartner gibt es rund um Wörth

Kistenweise Hilfsgüter gehen derzeit in die Ukraine - auch aus unserem Verbreitungsgebiet. Foto: Aaron Chown/dpa

Der Landkreis Regensburg sucht seit Anfang dieser Woche nach Menschen, die für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine Unterkünfte bereitstellen wollen. Einen ähnlichen Aufruf startete der Nachbarlandkreis Cham. Auch bei manchen Vereinen und Organisationen in unserem Verbreitungsgebiet sind Hilfsaktionen angelaufen beziehungsweise geplant.

Sie wollen den Menschen in der Ukraine helfen? Hier ein Überblick zu Spenden- und Hilfsaktionen in Ostbayern.

Bis Dienstagmittag haben laut der Pressestelle des Landratsamts Regensburg 35 Familien aus dem Landkreis angeboten, ukrainische Flüchtlinge aufzunehmen. Man sei mit der bisherigen Resonanz zufrieden, heißt es weiter. Melden kann sich übrigens auch, wer ein einzelnes Zimmer in einem Wohnhaus zur Verfügung stellen will. Dies ist per E-Mail an anmietung@lra-regensburg.de möglich. Anzugeben sind die Kontaktdaten des Inhabers der Unterkunft, die Anschrift, Ausstattung und Entfernung der Unterkunft zum öffentlichen Nahverkehr und Einkaufsmöglichkeiten sowie ab wann und wie lange die Wohnung zur Verfügung steht.

Für den Rosenhof ist die Bezirksregierung zuständig

Die Stadt Wörth warte noch auf eine Bürgermeisterkonferenz, die das Landratsamt einberufen wolle, sagt Bürgermeister Josef Schütz am Dienstag. Er erwartet, dass wie 2015 Flüchtlinge nach Wörth kommen und dann im Rosenhof wohnen werden. Dieser werde aber über die Bezirksregierung verwaltet, sagt Schütz. Einen eigenen Aufruf, Unterkünfte bereitzustellen, plant die Stadt laut Schütz nicht. Der des Landratsamts richte sich ja bereits an die Bürger des Landkreises.

Schütz vertraut auf die Erfahrungen des Jahres 2015. "Ich denke, dass wir das schaffen", sagt er. Auch, wenn es sicher eine Herausforderung werde. Klar ist für Schütz, "dass man helfen muss. Die Ukrainer sind Fast-Nachbarn und Miteuropäer."

Auf übergeordnete Ebenen verweisen in Wörth auch der Frauenbund und die Kolpingfamilie. Üblicherweise organisiere der Diözesanverband des Frauenbunds Spendenaufrufe, denen sich die Ortsverbände anschließen, sagt die Wörther Frauenbundvorsitzende Petra Spitzer. Zuletzt sei das wegen der Flutkatastrophe im Ahrtal passiert. Der Diözesanverband wähle aber bald eine neue Vorstandschaft. Deshalb vermute sie, dass die alte Vorstandschaft keine größeren Aktionen mehr beginnen werde, sagt Spitzer. Sollte sich eine Möglichkeit finden, die Ukraine zu unterstützen, sei der Ortsverband "immer aufgeschlossen", fügt sie hinzu.

Die Wörther Kolpingfamilie beteiligt sich an einer Sammlung von Kolping International aus Köln. Die übergeordnete Organisation habe einen Spendenfonds für die Ukraine eingerichtet und alle Ortsverbände angeschrieben. Weitere Informationen dazu gibt es unter kolping.net. "Wir werden auf jeden Fall den Menschen in der Ukraine helfen", sagt der Wörther Ortsvorsitzende Franz Sagmeister. Auch eine eigene Sammlung plane der Wörther Ortsverband.

25 Kartons voll Kleidung hat der Wörther Second-Hand-Laden bis zum Mittwochvormittag mit der Post in die Ukraine geschickt. Die Kleider, "alle 1a Qualität", seien beim Umräumen im Laden gesammelt worden, sagt Hildegard Schindler vom Verein Fairer Handel Stadt Wörth. Dieser betreibt den Second-Hand- und einen Eine-Welt-Laden. Das Team des Second-Hand-Ladens habe ausschließlich Winterkleidung in die Kartons gepackt, sagt Schindler. "Alles andere hat jetzt keinen Sinn."

Der TV Geisling nimmt bis Freitag Spenden an

Der TV Geisling will über den Verein "Ukrainer in Franken" den Menschen in der Ukraine in Form von Sachspenden helfen. Sie werden am Donnerstag, 3. März, von 16 bis 19 Uhr und am Freitag, 4. März, von 16 bis 18 Uhr im Sportheim des TV angenommen. Am Samstag werden die Spenden nach Nürnberg gebracht, und von dort aus in die Ukraine gefahren. Benötigt werden vor allem Medikamente, Kleidung, Isomatten, Decken, Schlafsäcke, haltbares Essen und Riegel. Weitere Informationen dazu gibt es unter www.ukrainer-in-franken.de.

Die Eltern-Kind-Gruppe Pfakofen hat eine Spendenaktion angekündigt, die von ukrainisch-stämmigen Mitgliedern angestoßen wurde. Die Gruppe sammelt Kinderkleidung aller Art, Fußsäcke für Kinder, Winterjacken, Pullover und Hosen in allen Größen, Arbeitshosen und -jacken ab Kleidergröße L, Sicherheitsschuhe und Herrensocken ab Schuhgröße 43, Thermo-Unterwäsche, Hand- und Arbeitshandschuhe, Decken und Kissen, Isomatten, Heizdecken und Schlafsäcke.

Zudem können haltbare Lebensmittel in Dosen, Kindernahrung, Milchpulver und haltbares Brot gespendet werden. Auch sucht die Gruppe nach fiebersenkenden und schmerzstillenden Mitteln, Hustensaft, Nasentropfen für Kinder, Antibiotika, Bandagen und Pflastern, Erste-Hilfe-Sets, blutstillenden Mitteln, Windeln, Binden, Tampons, Deodorant, Seife und Shampoo. Die Liste liegt in den Pfarrkirchen in Schierling und Pfakofen aus. Die Spenden können freitags zwischen 10 und 11 Uhr im Pfarrheim in Pfakofen bei der Eltern-Kind-Gruppe sowie in der Sakristei der Pfarrkirche in Schierling nach den Gottesdiensten abgegeben werden.

Das Landratsamt Cham hat für alle Anliegen rund um Wohnungen für Flüchtlinge aus der Ukraine das E-Mail-Postfach ukraine-flucht@lra.landkreis-cham.de und die Telefonnummer 099 71/780 20 eingerichtet. Unter diesen Kontaktdaten werden Wohnungsangebote entgegengenommen und allgemeine Fragen beantwortet. Zudem bittet das Landratsamt Cham alle bereits aus der Ukraine zu uns geflüchteten Menschen, unter dieser E-Mail-Adresse oder Telefonnummer ihre derzeitigen Kontaktdaten mitzuteilen. Aufbauend auf dem Aufruf des Landratsamts Cham bat die Marktgemeinde Falkenstein in einem Post auf Facebook darum, Unterkünfte zur Verfügung zu stellen. Bereits zuvor hätten Bürger Wohnungen angeboten und erste Hilfsgesuche den Landkreis Cham erreicht, sagt Landrat Franz Löffler. Sachspenden nehme das Landratsamt derzeit aber im Gegensatz zu ehrenamtlichen Initiativen nicht an. Die Vhs des Landkreises Cham sammelte etwa bis Dienstag Hilfsgüter, woran sich auch die Gemeinden beteiligten (mehr dazu auf Seite 18).

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