Viele haben dieses Problem. Die große Frage ohne Antwort. Nein, nicht warum bin ich auf der Welt. Die andere. Was mache ich nach dem Abitur?

Es gibt viele Wege, sich zu informieren, vom Berufsinformationszentrum bis zu Hochschultagen an verschiedenen Universitäten. Aber bringt es so viel, sich nur theoretisch über einen Studiengang oder eine Ausbildungsrichtung zu informieren? Ein paar Stunden an einer Uni zu verbringen, wo gerade die Vorlesungen, die man hören möchte, nicht stattfinden? Hilft einem all dies wirklich, eine solch wichtige Entscheidung zu treffen? Die ehrliche Antwort: Nein.

Um in ein Thema tiefgründig einzutauchen, hilft es nicht, sich eine Inhaltszusammenfassung anzuhören, sondern man muss besagten Inhalt auch selbst bearbeiten. Diese Möglichkeit bietet ein Probestudium. Es dauert meist eine Woche und findet in den Unterrichtsräumen der jeweiligen Universität statt. Die Ludwig-Maximilians-Universität in München ist eine davon. Jährlich finden dort in verschiedenen Studienrichtungen (Informatik, Mathematik, Physik und Skandinavistik) solche Probestudien statt. Es ist kostenfrei, nur um die Unterkunft muss man sich selbst kümmern.

Mein Probestudium in München begann vormittags erst gegen 10 Uhr, also konnte ich ausschlafen. Meist waren die nächsten Stunden dann mit Vorlesungen gefüllt, dann Mittagspause und darauf Übungsstunden in kleinen Gruppen. Manchmal finden außerdem Vorträge von Studien-Absolventen statt, die über ihre jeweiligen Berufe das Thema erklären.

Meine persönlichen Erfahrungen waren durchgehend positiv. Die Vorlesungen waren gut verständlich und die Zeit verging stets wie im Flug. Bei den Übungsstunden hatte ich allerdings das Pech, einen ausländischen Professor zu erwischen, der - teils vergeblich - versuchte, uns auf Englisch mathematische Kenntnisse über Eulerpfade, Hamiltonkreise und bipartite Graphen beizubringen. Abgerundet wurde die Woche mit einer Exkursion in eine der Pinakotheken Münchens und einen Grillabend mit Urkundenverteilung, der weit bis in die Nacht dauerte.

Neben den vielen Erfahrungen bezüglich des Campuslebens von absoluten Blackouts im Unterricht in genau dem Moment, in dem man vom Lehrer gefragt wird, bis zu stundenlangem Warten in der Essensschlange der Mensa, ist ein Probestudium auch eine gute Möglichkeit, neue Leute kennenzulernen.