Hessen Ermittlungen gegen Dieter Wedel ziehen sich ins neue Jahr

Dieter Wedel spricht bei einer Veranstaltung. Foto: Swen Pförtner/dpa/Archiv Foto: dpa

München (dpa/lby) - Die Ermittlungen gegen den Regisseur Dieter Wedel werden sich ins neue Jahr ziehen. 2019 würden sie nicht mehr abgeschlossen, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I auf Anfrage. Wie lange es noch dauert, konnte sie nicht sagen: "Eine Prognose können wir leider nicht abgeben."

Die Ermittlungen wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung wurden vor knapp zwei Jahren, im Januar 2018, aufgenommen und dauern deutlich länger als ursprünglich gedacht. Noch vor einigen Wochen hieß es, sie würden voraussichtlich in diesem Jahr abgeschlossen. Bisher war die Dauer von Seiten der Staatsanwaltschaft vor allem damit begründet worden, dass noch Zeugen im Ausland gehört werden müssten.

Eine ehemalige Schauspielerin wirft dem heute 77 Jahre alten Wedel ("Der große Bellheim") vor, er habe sie im Sommer 1996 in einem Münchner Hotel zum Sex gezwungen. Damals sei sie 27 Jahre alt gewesen und habe für eine Rolle vorsprechen wollen. 2018 beschuldigten drei Ex-Schauspielerinnen Wedel im "Zeit-Magazin", sie in den 1990er Jahren sexuell bedrängt zu haben. Der Fall wurde der bekannteste in der deutschen #MeToo-Debatte, die 2017 ins Rollen gekommen war.

Wedel streitet die Anschuldigungen ab. 2018 sagte er der "Bild": "Inzwischen bin ich froh, dass es diese Ermittlungen gibt. Ich vertraue auf die Staatsanwaltschaft." Nach Bekanntwerden der Vorwürfe war er als Intendant der Bad Hersfelder Festspiele zurückgetreten.

 

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