Herbst- und Winterdepression Winterblues - Wenn die kalten Tage die Stimmung drücken

Wenn die Tage kälter und kürzer werden, kann es manchmal zu sogenannten Herbst- und Winterdepressionen kommen. Foto: Matthias Balk/dpa

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen fallen. In der kalten Jahreszeit würden sich viele am liebsten im Bett verkriechen und es bis zum Frühjahr nicht mehr verlassen. Manche Menschen leiden sogar an einer Herbst- und Winterdepression. Was das ist und was wir dagegen tun können, erklärt die Arbeitspsychologin Eike Hoffmann.

Was ist eine Herbst- und Winterdepression?

„Von einer saisonalen Depression (SAD) spricht man, wenn depressive Symptome ausschließlich und wiederkehrend immer nur in der dunklen Jahreszeit auftreten und im Frühjahr wieder vollständig verschwinden.“

 

Wodurch wird sie ausgelöst?

„Fehlendes Tageslicht führt dazu, dass im Gehirn größere Mengen des Schlafhormons Melatonin gebildet werden. Das macht müde, antriebslos und schlägt auf die Stimmung.“

 

Was sind die Symptome?

„Typische Symptome sind starke Müdigkeit und Heißhunger auf Süßes, verminderter Antrieb und gedrückte Stimmung. Viele Betroffene sind auch lustlos, gereizt und unausgeglichen.“

 

Wo liegen die Unterschiede zu einer klassischen Depression?

„Vor allem das extreme Schlafbedürfnis und die starke Müdigkeit sind typisch für die SAD. Bei einer klassischen Depression leiden Patienten eher an Schlafstörungen. Außerdem weist der Heißhunger auf Süßes auf die SAD hin.“

 

Würde das Abschaffen der Zeitumstellung helfen?

„Grundsätzlich würde der Verzicht auf die Umstellung den Mini-Jetlag verhindern, der vielen zusätzliche Beschwerden wie Schlafstörungen, Müdigkeit und Abgeschlagenheit beschert. Ob sich das positiv auf eine SAD auswirkt, hängt vor allem davon ab, ob sich dadurch mehr Zeit bei Tageslicht ergibt.“

 

So kannst du einer Herbst- und Winterdepression vorbeugen:

1. Ab nach draußen! Egal ob Sport oder ein gemütlicher Spaziergang durch die Natur – versuche, in der kalten Jahreszeit so viel Tageslicht wie nur möglich zu tanken.

2. Gönn dir ein wenig Lebensfreude! Trübsal blasen ist tabu. Unternimm etwas mit deinen Freunden. Ein Bummel über den Christkindlmarkt oder eine lustige Schlittenfahrt heben die Stimmung.

3. Licht, Licht, Licht! Schaffe zusätzliche Lichtquellen. Dazu zählen auch die festliche Weihnachtsbeleuchtung oder Kerzenschein. Hauptsache hell.

 
 

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