Das Kriegsende in Rötz scheint doch anders gewesen zu sein, als bislang bekannt war. Darauf ist Heimatforscher Harald Fähnrich aus Tirschenreuth bei seinen Recherchen gestoßen. Er hat die entsprechenden Unterlagen der Stadt Rötz zur Verfügung gestellt.

Als die amerikanischen Streitkräfte am 23. April 1945 Rötz einnahmen, fanden sie am Stadtrand in einer Scheune 167 amerikanische Soldaten, die Gefangene der Wehrmacht waren und in Berga in Thüringen mit weiteren KZ-Häftlingen als Zwangsarbeiter bei der Erstellung einer unterirdischen Benzinfabrik eingesetzt waren, um dann rund 250 Kilometer von der Wehrmacht nach Süden geführt zu werden - ohne Ziel vor Augen.

Von anfänglich 350 GIs sind in drei Monaten 73 den unmenschlichen Strapazen bei der Arbeit und 47 auf dem Evakuierungsmarsch erlegen, so Harald Fähnrich, andere konnten fliehen.