Heimatforscher bitten um Mithilfe Wer weiß, wo diese Bauernhäuser stehen?

Diese Häuser vom Typ Rottaler Bauernhaus könnten vom Stil her in Niederbayern stehen oder gestanden haben, vermutet der Bayerische Landesverein für Heimatpflege. Bloß wo genau ist in der Bildbeschreibung nicht überliefert. Darum hofft der Verein auf Hinweise aus der Bevölkerung - im besten Fall mit einem aktuellen Foto, falls das Haus noch steht. Foto: Bayerischer Landesverein für Heimatpflege

Der Bayerische Landesverein für Heimatpflege verfügt über einen Schatz: Ein Archiv von etwa 3.000 alten Fotografien von Bauernhäusern aus ganz Bayern. Im Januar will der Verein diese Fotos auf das Online-Kulturportal "Bavarikon" stellen. Das Problem: Zu gut 220 der Fotos sind keine Beschreibungen überliefert, auch nicht, wo das abgebildete Haus steht oder stand. Darum bittet der Verein nun die Bevölkerung um Mithilfe.

"Diese Fotos sind für die Heimatforschung sehr wichtig", sagt Daniela Sandner vom Fachbereich Heimatpflege. "Man kann gut erkennen, wie sich die regionale Baukultur in Bayern radikal geändert hat." Nur wenn man die Häuser auf den Bildern genau verorten kann, können Heimatforscher die Fotos etwa für Publikationen und Jahrbücher verwenden, sagt Sandner.

Bestimmung der Regionen ist meist grob möglich

Die Fotos von Bauernhäusern und anderen markanten Gebäuden stammen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Einige Aufnahmen könne man zumindest grob Regionen zuordnen, sagte Sandner. Häuser mit Fachwerk stehen oder standen zum Beispiel wahrscheinlich in Franken oder der Oberpfalz. Schneereiche Landschaften wie der Bayerische Wald hätten typische Dachformen. Ein Hopfenhof in der Hallertau sei anders gebaut als ein Bauernhof in Regionen, in denen es hauptsächlich Viehwirtschaft gab.

Dem Bayerischen Landesverein für Heimatpflege geht es neben der Dokumentation und dem Erhalt der alten Häuser auch um das Bewusstsein für regionaltypische Baustile. "Wir möchten, wenn neu gebaut wird, dass man das möglichst nicht in Einheitsarchitektur, sondern regional verständlich macht", sagt Sandner.

Wissen über typische regionale Baustile erhalten

Dabei gehe es aber nicht um quasihistorische Nachbauten alter Bauernhäuser, sondern um eine passende Verbindung von Tradition und Moderne, etwa indem man alte Häuser saniert und trotz moderner Anbauten und Ausstattung ihren Charakter erhält. Auch dabei, dieses Bewusstsein und Wissen zu erhalten, sollen die alten Fotos dienen.

Einige der Häuser auf den Fotos seien wahrscheinlich schon abgerissen, sagt Sandner. Insbesondere in den 1970er Jahren gingen viele alte Bauernhäuser verloren. Gerade ältere Menschen könnten sich aber vielleicht noch erinnern. Seit 1902 gibt der Verein eine Zeitschrift heraus, für die viele der Bilder gemacht wurden.

Alle rund 220 zu identifizierenden Fotos sind unter www.heimat-bayern.de/altefotos.html zu sehen.

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