Handball-Bundesliga Magdeburg gegen Kiel: Handball-Kracher elektrisiert die Fans

Der Magdeburger Trainer Bennet Wiegert jubelt über einen Treffer seiner Mannschaft. Foto: Ronny Hartmann/dpa-Zentralbild/dpa

Der SC Magdeburg strebt scheinbar unaufhaltsam der deutschen Handball-Meisterschaft entgegen. Im Duell mit Rekordmeister Kiel will der Spitzenreiter die neue Rangordnung zementieren.

Volle Halle, Liveübertragung im Free-TV und ganz viel Klasse auf dem Parkett: Das Gastspiel von Titelverteidiger THW Kiel beim designierten Thronfolger SC Magdeburg elektrisiert die Handball-Fans in ganz Deutschland.

Mit einem Sieg im Bundesliga-Topspiel an diesem Samstag (18.00 Uhr/ARD und Sky) will der souveräne Tabellenführer aus Magdeburg die letzten leisen Zweifel am ersten Meistertitel seit 21 Jahren beseitigen und die Feierlichkeiten schon zwölf Wochen vor dem Saisonfinale einläuten.

Top-Duell elektrisiert die Handball-Fans

Für Bundestrainer Alfred Gislason, der einst sowohl den SCM als auch den THW zur deutschen Meisterschaft und zum Champions-League-Triumph führte, steht fest: "Wenn Magdeburg gewinnt, ist es ganz sicher durch." Darin ist er sich mit Pascal Hens einig. "Ganz ehrlich: Mir fehlt die Vorstellungskraft, wie Magdeburg das noch aus der Hand geben sollte. Sie haben einen sehr breit aufgestellten Kader mit vielen Optionen und unheimlich viel Selbstvertrauen. Sie werden sich das nicht mehr nehmen lassen", sagte der frühere Weltmeister.

Mit 44:2 Punkten führt Magdeburg die Liga souverän vor Kiel (38:10) und den Füchsen Berlin (37:9) an. Selbst ein Kieler Sieg würde die Wachablösung an der Spitze wohl nur verzögern, aber nicht mehr abwenden. "Wir müssen der Realität ins Auge sehen: Magdeburg spielt eine überragende Saison, wir denken nicht mehr an die Meisterschaft", räumte THW-Torwart Niklas Landin ein.

Großen Anteil an der Magdeburger Handball-Renaissance hat Trainer Bennet Wiegert. "Benno war immer ein seriöser Typ. Er war immer extrem loyal zu seiner Mannschaft und extrem emotional dabei. Er ist sicher auch ein bisschen ein Hitzkopf, aber wer ist das nicht in dem Job? Er lebt den Handball. Das macht ihn aus, das überträgt sich auf die Mannschaft", lobte Gislason in einem Interview der "Sport Bild" seinen einstigen Schützling.

Trainer Wiegert mit großem Anteil am Erfolg

Der 40 Jahre alte Wiegert - dessen Vater Ingolf mit der DDR 1980 Olympiasieger wurde - hat ein Team zusammengestellt, in dem ein Rädchen in das andere greift. Vor allem der Rückraum mit dem überragenden Isländer Omar Ingi Magnusson sucht derzeit seinesgleichen. "Benno macht es als Trainer überragend. Er hat sich die Spieler geholt, die zu seinem System passen. Der Magdeburger Rückraum ist schon besser als der Kieler", sagte Gislason.

Die glanzvollen Auftritte des SCM, der in der gesamten Saison erst ein Spiel verloren und mit dem Super Globe - der Vereinsweltmeisterschaft - schon einen Titel gewonnen hat, begeistern die Menschen in der Sportstadt Magdeburg. "Die Euphorie ist spürbar. Die Leute sprechen einen auf der Straße an und wünschen viel Glück", berichtete Nationalspieler Lukas Mertens. Für das Duell mit Kiel gab der Linksaußen die Marschroute vor: "Wir sind in der Pole Position und wollen alles geben, damit wir schnellstmöglich Klarschiff machen. Wir haben richtig Bock auf das Spiel."

Das gilt auch für den THW, der sich keinen weiteren Ausrutscher leisten darf. Denn nur der Tabellenzweite begleitet den Meister in die Königsklasse. "Für uns geht es darum, nächstes Jahr wieder in der Champions League zu spielen", sagte Kreisläufer Hendrik Pekeler. Der letzte Kieler Sieg in Magdeburg liegt allerdings schon sieben Jahre zurück. "Das ist für mich die schwerste Auswärtshalle Deutschlands", sagte THW-Trainer Filip Jicha. Gerade das weckt den Ehrgeiz beim Rekordmeister, der um den Einsatz von Rückraum-Star Sander Sagosen bangt. "Gegen Magdeburg will man immer gewinnen", betonte Torwart Landin. "Egal, ob sie vor uns oder hinter uns stehen."

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 
 
 

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