Halloween Freistunde auf Geisterjagd - Das haben David und Anna-Lena erlebt

David und Anna-Lena auf der Burgruine in Runding. Foto: Melanie Nusko

Unsere Redakteure David Voltz und Anna-Lena Weber suchen das Paranormale. Mit Steffi und Daniel vom Ghosthunterteam Bavaria sind sie auf der Burgruine in Runding unterwegs. Das haben sie in dieser Nacht erlebt.
 

So hat David die Nacht empfunden

Langsam schiebt sich mein Auto die steile Straße empor. Plötzlich reißt der Weg ab. Nur noch Bäume zeigen sich vor den Scheinwerfern. Aussteigen und zu Fuß weitergehen? Auf keinen Fall! Das wäre wie im Horrorfilm. Und der soll mir erspart bleiben, auch wenn wir heute mit Geisterjägern das Paranormale suchen.

Nach meiner Irrfahrt finde ich irgendwann zu meiner Kollegin Anna-Lena. Zusammen mit Daniel und Steffi vom Ghosthunterteam Bavaria suchen wir auf der ehemaligen Burg, auf der vor vielen Jahren ein Krieg tobte, nach Geistern. Insgeheim hoffe ich, dass uns eine Begegnung erspart bleibt. Denn obwohl ich gerne Horrorfilme schaue, soll der Spuk bitte auf dem Bildschirm bleiben.

Das Innere eines erhaltenen Turms wird unsere Basis, von der aus wir zu den Messungen gehen. Daniel und Steffi bauen ihre Geräte auf und erklären, was sie heute untersuchen wollen. Während ich gespannt lausche, geht plötzlich das Licht aus. Ich erschrecke. "Keine Sorge, ist nur der Bewegungsmelder", sagt Daniel entspannt und macht das Licht wieder an.

Wir starten die Messungen. Mit einem Aufnahmegerät geht es zur ehemaligen Küche der Burg. Steffi spricht ins Dunkle, in der Hoffnung, dass jemand antwortet. "Das hört man dann aber nur auf der Aufnahme", erklärt sie.

In dieser Nacht wird es nicht gruseliger als bei der Hinfahrt. Nur eine Messung löst in mir etwas aus. Dazu hat Daniel einen Teddybären in ein altes Burgfenster gesetzt und mittelalterliche Musik laufen lassen. Trigger-Objekt nennt man das. "Damit lockt man Geister an und weckt ihr Interesse", erklärt er.

Steffi versucht, über den Stoffbären mit dem Geist eines Kindes zu sprechen. "Hab' keine Angst! Du kannst gerne mit dem Teddy spielen. Vielleicht magst du uns auch erzählen, wer du bist", sagt sie mit ruhiger Stimme. In mir macht sich plötzlich eine tiefe Betroffenheit breit. Die Vorstellung, als Kind einen Krieg mitzuerleben, macht mich traurig. Vielleicht ist auch etwas Paranormales schuld an meiner Gefühlswandlung, denn Steffi hat uns zuvor erzählt, dass Geister Gefühle beeinflussen können. Sie habe das selbst schon erlebt. Nach knapp drei Stunden bauen Daniel und Steffi alles wieder ab. Gesehen oder gehört haben wir nichts und irgendwie bin ich auch froh drum. Ob ich trotzdem an Geister glaube? Schwierig! Irgendwas weilt da bestimmt unter uns. Was es ist und ob es was von uns Lebenden will, ist eine andere Frage.

So war es für Anna-Lena 

Ich muss zugeben: Seit ich heute Morgen wach bin, ist mir mulmig zumute. Deshalb fahren mein Freund und ich am Nachmittag zur Burgruine und machen einen Rundgang. Die Begehung bei Tageslicht beruhigt mich. Am Abend stehe ich am Parkplatz der Burgruine, von Angst keine Spur. Ich denke mir eher: „Die Geisterjäger sind Profis, da passiert mir schon nichts.“ Und irgendwie erwarte ich ja, dass etwas Außergewöhnliches passiert.
Mit vielen Geräten ausgestattet, gehen wir zuerst in die ehemalige Küche der Burg und versuchen, am Backofen Stimmen von Verstorbenen einzufangen. Skurril ist die Situation, beängstigend aber nicht. Insgeheim hoffe ich, dass wir etwas aufnehmen. Kleiner Spoiler: Auf dem Tonband ist rein gar nichts zu hören.
Etwas später, gegen 22 Uhr, stehen wir im hell beleuchteten Burgturm. Steffi bereitet eine Spirit-Box auf ihren Einsatz vor. Mit ihr können EVPs, also „Electric Voice Phenomenons“, aufgefangen werden. Die Spirit-Box wechselt dazu zwischen einzelnen Radiofrequenzen und spielt diese in unterschiedlicher Geschwindigkeit ab. Geisterjäger nehmen an, dass Geister über die Radiofrequenzen mit uns kommunizieren können. Man stellt eine Frage und, wenn ein Wort zu hören ist, ist das möglicherweise ein Geist. Wirklich gruselig wird es, als Steffi mit Kopfhörern auf den Ohren im Schneidersitz am Boden hockt und versucht, irgendetwas aus dem Frequenzen-Wirrwarr zu verstehen. Als die Worte „Auf Runding“ fallen, zucke ich kurz zusammen. Weitere passende Antworten bleiben leider aus.
Gegen 23 Uhr verabschieden wir uns von Steffi und Daniel. Als ich im Auto sitze, fürchte ich mich davor, alleine nach Hause zu fahren. Schließlich könnte es sich ein Geist auf meiner Rückbank gemütlich machen. Deshalb verabschiede ich mich von der Burg und den vielleicht darauf hausenden Geistern. Mit den Worten „Danke, dass ich euch besuchen durfte. Habt eine gute Nacht und bleibt mir bitte fern“, schließe ich das Abenteuer Geisterjagd ab.

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