Hailinger Kunstschaffende Vom kreativen Geist der Hildegard Bergbauer

Lebt für Natur und Kreativität: Hildegard Bergbauer. Foto: Marianne Lettl

Im ehemaligen Wirtshaus in Hailing sitzt Hildegard Bergbauer und gibt uns ein Interview. Sie runzelt die Stirn, überlegt sich ihre Antwort sorgsam. Ja, welches ihrer zahlreichen Hobbys bedeutet ihr am meisten? Sie kann es nicht sagen. Zu sehr liebt sie alle Facetten ihrer Kreativität.

Bereits beim Betreten des Grundstücks fühlt man sich wie in einer Märchenwelt. Das verwinkelte Haus mit seinen blauen Fensterläden bietet einen begeisternden Anblick, der zum Verweilen lädt. Einst wurde das Gebäude als Wirtshaus genutzt. Die ächzenden Dielen und bemalten Wände erzählen von einer bewegten Geschichte.

Ihr Atelier hat Hildegard Bergbauer aus Platzgründen in der ehemaligen Gaststube untergebracht. Ein kreativer Geist braucht Raum zur Entfaltung. Überall verteilt finden sich Werkstücke und Arbeitsproben. Darunter auch eine Modepuppe. Doch ihre Schneiderarbeiten beschränken sich nicht auf Zweibeiner. Auch für Pferde und Hunde designt sie Kleidung. Ihr künstlerischer Schaffensdrang kennt keine Grenzen oder Konventionen.

Bewegte Bilder

So kommt es nicht von ungefähr, dass ihre Hunde einen eigenen, prall gefüllten Kleiderschrank besitzen. Nicht nur Tracht befindet sich darin, auch das eine oder andere kuriose Kostüm sticht ins Auge. So können die Vierbeiner als Punker oder Teil der „Heiligen drei Könige“ durchaus den einen oder anderen Film bereichern.

Hildegard Bergbauer hat sich hierfür auch ein kleines Studio gebaut, in dem sie Filmdrehs plant. Eine große Bühne für die tierischen Familienmitglieder. Noch fehlt der richtige Kameramann mit Marketingerfahrung und Hunde-Affinität. Doch Hildegard Bergbauer bleibt optimistisch.

Musik im Blut, Glitzer im Herzen

Hinter der Filmkulisse finden sich weitere Ausdrucksformen künstlerischer Begabung: Gitarren und Flöten sind nur einige der Instrumente, die Hildegard Bergbauer spielt. Oft trifft sie sich mit Freunden zum gemeinsamen Musizieren.

In ihrem Haus sind aber nicht nur schöne Klänge zu hören. Egal wo man hinkommt, überall trifft man auf Funkeln und Glitzern, auf wundervolle Dekorationen und Unikate. In einem Nebenraum stehen diverse Vasen und Schalen, alles aus Glas. Hereinfallende Sonnenstrahlen brechen sich darin und geben ein Funkeln wider, das direkt ins Herz zu strahlen scheint. Hildegard Bergbauer sammelt diese Gefäße und verkauft sie in ihrem Straubinger Laden.

Auch um den Hals trägt sie Funkelndes: Gerne fädelt sie die verschiedensten Perlen auf Schnüre und gestaltet so ihren ganz ureigenen Schmuck. Man kann ihr Strahlen spüren, es kommt vielmehr von Innen. Denn die kreativ orientierte Frau liebt das Leben in all seinen Formen.

Aus Liebe zur Natur

Am ganzen Anwesen grünt und blüht es. Mit klangvoller Begleitung von singenden Kanarienvögeln, summenden Bienen und dem Idyll eines romantischen Teichs, entschleunigt sich auch ein Besucher in Windeseile. Plötzlich fällt auch Hildegard Bergbauer eine Antwort auf die eingangs gestellte Frage nach den größten Vorlieben ein: „Am liebsten gartle ich!“ Es wirkt, als sei sie sich eben erst dieses Umstands gewahr geworden. „Nur dann fühle ich mich wirklich glücklich“, fügt sie hinzu und schwelgt bereits wieder in ihren eigenen Gedanken.

Außenstehenden drängt sich aber eine weitere Wahrheit auf: Hildegard Bergbauer liebt vor allem das Leben. Und das ist schlichtweg sympathisch.

Dieser Artikel stammt aus dem NIEDERBAYERN TV Magazin, Ausgabe 11.

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