Leonhardiritt in Haberskirchen ist seit über hundert Jahren Bestandteil des Gemeindelebens.

Das Gebet um Fürsprache des Vieh-Patrons war, in Zeiten der absoluten Abhängigkeit von der eigenen Erzeugung der täglichen Lebensmittel, ein wichtiger Faktor. In Zeiten, in denen sich höchstens ein erfahrener "Bader" um die Gesundheit von Mensch und Tier kümmerte, stellten Seuchen und Unglücke in Haus und Hof Katastrophen dar, denen man nach menschlichem Ermessen machtlos gegenüberstand.

Das Vertrauen in die göttliche Macht und die fürbittende Hilfe der Heiligen war unseren Vorfahren wichtig. Noch heute zeugen etliche "Leonhardi-Ritte" davon. Dieses Jahr allerdings nicht. Betroffen davon ist auch der Haberskirchener Leonhardi-Umritt. Er erlebte schon so manche Höhen und Tiefen. In diesem Jahr fällt er der Corona-Pandemie mit ihren Einschränkungen zum Opfer. Hierbei kann man fürwahr von einer langen Tradition sprechen, nachdem der Umritt vor sage und schreibe 268 Jahren zum ersten Mal durchgeführt wurde. Mittlerweile sind die Garten- und Blumenfreunde dafür verantwortlich. Wenigstens an einem möchte man festhalten und das ist der Gottesdienst, der um 10 Uhr gefeiert wird.