Grünen-Fraktionschef Hofreiter sieht hinter den Anschuldigungen gegen Baerbock ein System. Im Wahlkampf fordert er eine Rückkehr zu einer inhaltlichen Auseinandersetzung.

Die Grünen sind rund drei Monate vor der Bundestagswahl laut Umfragen in der Wählergunst abgerutscht. Im Interview mit unserer Redaktion spricht Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter in Landshut von einer "massiven Kampagne" gegen Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock, gibt aber auch zu, dass seiner Partei im Vorfeld des Wahlkampfes Fehler unterlaufen sind. Dennoch ist er zuversichtlich und sagt: "Wir haben einen Plan, wie wir das Land regieren wollen." Oberste Priorität hat der Kampf gegen den Klimawandel.

Herr Hofreiter, aktuelle Umfragen zur Bundestagswahl sehen die Grünen bei rund 20 Prozent. Das ist der schlechteste Wert seit März. Machen Sie diese Zahlen nervös?

Anton Hofreiter: Überhaupt nicht. Der Wahlkampf hat gerade erst angefangen und wir erfahren einen Zuspruch, wie wir ihn noch nie hatten. Ja, gerade liegt die Union vor uns, es war ja aber auch immer klar, dass wir der Herausforderer sind. Ich bin aber optimistisch, dass sich das am Ende noch einmal grundlegend dreht, weil wir eine Vorstellung davon haben, wie wir das Land regieren wollen. Wir haben einen Plan und andere haben das nicht.

Sehen Sie einen direkten Zusammenhang zwischen der Nominierung von Annalena Baerbock als Grünen-Kanzlerkandidatin und den sinkenden Umfragewerten?