"Großer Tag, großes Team" Rodel-Staffel holt Gold

So sehen Sieger aus: Johannes Ludwig, Natalie Geisenberger, Tobias Wendl, and Tobias Arlt (v.l.n.r.) haben in der Teamstaffel Gold geholt. Foto: ITAR-TASS/imago

Die deutschen Rennrodler räumen auch in der Teamstaffel ab - und bejubeln Natalie Geisenbergers Rekord.

Rekordhalterin Natalie Geisenberger nahm ihre Gold-Rodler an die Hand, gemeinsam stiegen die vier Olympiasieger auf das Podest, sprangen in die Luft und bissen wenig später grinsend auf ihre Medaillen. Mit dem Sieg in der Teamstaffel haben die deutschen Schlitten-Asse die Winterspiele in Peking makellos abgeschlossen - und Geisenberger ein sportliches Denkmal gebaut.

"Ein großer Tag, ein großes Team", sagte Geisenberger, die seit Donnerstag Deutschlands erfolgreichste Winter-Olympionikin der Geschichte ist - über sich selbst aber gar nicht so viel sprechen wollte. Wichtig werde ihr dieser Rekord "vielleicht mal wenn ich älter bin", sagte sie im ZDF, "jetzt genieße ich den Moment. Wir wollten zeigen, dass wir auch gemeinsam ganz oben stehen können."

Das gelang Geisenberger, Johannes Ludwig und den Doppelsitzern Tobias Wendl/Tobias Arlt in einem echten Krimi. 80 Tausendstel Vorsprung brachten letztlich den Sieg vor der starken Staffel aus Österreich, Bronze ging an Lettland.

Bundestrainer Loch: "Wir werden uns ein Bierchen aufmachen"

"Das war das i-Tüpfelchen auf einer grandiosen Leistung der ganzen Mannschaft", sagte Bundestrainer Norbert Loch, der am Donnerstagabend "Erleichterung und Freude" empfand: "Wir werden uns ein Bierchen aufmachen, das haben wir uns verdient."

Vier Rodelrennen in China, viermal deutsches Gold: Neben den Einzelsiegern Geisenberger und Ludwig und dem Duo Wendl/Arlt war auch die Staffel erneut nicht zu schlagen, und doch gehörten die Momente nach dem Rennen vor allem Geisenberger.

Mit dem insgesamt sechsten Winter-Gold ließ die Bayerin wie auch Wendl/Arlt die Eisschnellläuferin Claudia Pechstein als bislang beste Deutsche hinter sich. An der Spitze des Rankings thront ganz allein Geisenberger, weil sie zudem eine olympische Bronzemedaille in ihrer Sammlung hat. Dieser historische Erfolg in Yanqing war zugleich ein Comeback: Erst im Mai 2020 hatte sie ihren ersten Sohn Leo zur Welt gebracht.

Arlt: "Wir haben einfach unseren Job gemacht"

Das sechste Gold sicherten allerdings erst Wendl/Arlt als letzter Schlitten der Staffel, sie machten einen Rückstand wett. "Wir wussten, dass wir noch einmal einen runterziehen mussten, wir haben einfach unseren Job gemacht", sagte Arlt. Geisenberger hatte im Ziel "gezittert, ich war sehr angespannt", am Ende war der Erfolg aber nur folgerichtig. Zu souverän, zu eindeutig hatten die deutschen Schlitten in den vergangenen Tagen das Geschehen dominiert.

"Olympia scheint ein bisschen meine Welt zu sein. Meine Karriere hätte auch schlechter laufen können", hatte Geisenberger bereits nach ihrem Triumph im Einzel gesagt. Seit acht Jahren ist sie auf Olympias Bühnen nun ungeschlagen, die Reise könnte sogar noch weitergehen. Zwar seien die Spiele in Mailand/Cortina d'Ampezzo "noch weit weg", einen Start mit dann 38 Jahren schloss Geisenberger aber nicht aus: "Ich schaue von Jahr zu Jahr."

 
 
 

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