Großer Arber Dramatische Suchaktion mit glücklichem Ende

Mehrere Bergwachtbereitschaften waren an der Suche beteiligt. Foto: Tobias Hase/Archiv Foto: dpa

Zuerst führt das Navi eine tschechische Familie in die Irre, dann verirren sich die Kinder im Arbergebiet. Eine großangelegte Suchaktion hat am Samstagmorgen Erfolg.

Am Freitagabend gegen 23.30 Uhr Uhr wurden die Polizeiinspektionen Zwiesel und Regen von der tschechischen Polizei darüber informiert, dass zwischen Bodenmais und dem Großen Arber ein Unfall passiert sein soll. Nachdem zunächst kein solcher festgestellt werden konnte, führte die Polizei weitere Erkundigungen durch. Dabei  konnte über die Bundespolizei Zwiesel in Erfahrung gebracht werden, dass wieder einmal ein auswärtiger Pkw-Fahrer blind den Anweisungen seines Navigationsgerätes gefolgt und von der Staatsstraße 2136 auf die gesperrte Arberhochstraße abgebogen war. Trotz matschiger Straßenverhältnisse, spiegelglatten Eis- und beginnenden Schneeflächen, fuhr der osteuropäische Autofahrer so lange weiter, bis er schließlich gegen 16 Uhr im tiefen Schnee stecken blieb und in den Straßengraben rutschte.

Danach begann eine Odyssee, bei der die fünf im Auto befindlichen Familienmitglieder zunächst verzweifelt selbst versuchten, ihr Fahrzeug mittels eines Abschleppdienstes bergen zu lassen. Der verständigte Abschlepper konnte aber auf Grund der Straßenverhältnisse nicht bis zu dem havarierten Auto vordringen. Daraufhin machten sich die Eltern auf und fuhren mit einem Taxi in ihr Wochenenddomizil in Tschechien weiter. Die drei Söhne der Familie, darunter ein zwölfjähriges Kind, machten sich zu Fuß auf den Weg in Richtung Arbergipfel.

Nach etwa zwei Kilometern Fußmarsch verlor schließlich einer der drei seine zwei anderen Brüder aus den Augen. Er versuchte sie zwar wieder zu finden, doch es gelang ihm nicht. Nach einem größeren Fußmarsch und einer Taxifahrt gelangte aber auch er schließlich in die gebuchte Pension in Tschechien. Erst danach wurde die Polizei in Tschechien verständigt.

Nach dem Bekanntwerden dieses Sachverhalts und ersten Ermittlungstätigkeiten war davon auszugehen, dass sich die beiden vermissten Brüder noch in den Wäldern des Arbergebiets aufhalten mussten. Da sie ohne Licht in völliger Dunkelheit und ohne Handy unterwegs waren, leitete die Polizei Regen bei gefühlten Temperaturen um den Gefrierpunkt gegen 2 Uhr eine großangelegte Vermisstensuche ein, zu der auch ein Polizeihubschrauber angefordert wurde. Da sich zwischenzeitlich aber die Witterungsverhältnisse durch Nebel im Suchgebiet erheblich verschlechtert hatten, musste der Huschraubereinsatz aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden.

Aus diesem Grund suchten die zahlreich alarmierten Einsatzkräfte zu Fuß und mit Fahrzeugen nach den Vermissten. Im Einsatz waren unter anderem die Feuerwehr Bodenmais mit der Unterstützungsgruppe örtliche Einsatzleitung, das BRK Regen mit der Unterstützungsgruppe Sanitätsdienst, die Bergwachten Zwiesel, Arnbruck, Ruhmannsfelden, Cham, Lam mit dem Einsatzleiter Bergwacht, zwei Streifenbesatzungen der Polizeiinspektion Regen, eine Streife der Polizeiinspektion Zwiesel und sogar die Radarstation der Bundeswehr auf dem Großen Arber.

Nachdem die gesamte Nacht durch großflächig der gesamte Einsatzbereich erfolglos abgesucht worden war, wurde gegen 5.15 Uhr die Suche eingestellt. 35 Minuten später ging dann aber doch noch die Erfolgsmeldung ein, dass Bergwachtkräfte die beiden Vermissten auf ihrem Rückweg in der Nähe der Arberseewand aufgefunden hätten. Da die beiden leicht unterkühlten und entkräfteten Brüder dort mit einer großen Gemeinschaftsaktion der Bergwachten geborgen werden mussten, fand der Großeinsatz schließlich erst gegen 8 Uhr sein glüchliches Ende. Die beiden Brüder wurden nach einer ersten Untersuchung durch das BRK unverletzt an ihre Eltern übergeben. Die Bergung des verunglückten Fahrzeugs wird voraussichtlich erst nach Wetterbesserung erfolgen

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