Samstagnachmittag, 17.41 Uhr: Der letzte Spielmannszügler tritt von der Bühne. Das, für was man eineinhalb Jahre geplant, in den vergangenen Wochen intensiv geprobt hatte, ist geschafft - der Auftritt beim internationalen Wettbewerb des Spielmannszuges "Grenzfähnlein" in der Küstenstadt Malgrat de Mar. Mit drei Stücken war man vor die fünfköpfige international besetzte Jury getreten: In der gemischten Klasse, also mit allen Instrumenten des gesamten Zuges, spielten die Further die Stücke "Provocation" und "Musikexpress", in der Flötenklasse "My cool Lady". Alle drei Kompositionen stammen aus der Feder von Hermann Dirscherl, der auch als Dirigent auf der Bühne stand. Er zeigte sich am Ende durchaus zufrieden. "Ich glaube, dass wir gut angekommen sind. Die Wertungsrichter zeigten jedesmal mit den Daumen nach oben... ein gutes Zeichen", meinte er. Und Dirscherl muss es wissen, er ist nicht nur Komponist von Spielmannszugmusik, sondern auch bei deutschen Wettstreiten als Wertungsrichter tätig. Doch wie seine Kollegen heute entschieden haben, das wusste Dirscherl natürlich noch nicht, auch wenn zwei der fünf Jury-Mitglieder am Ende sogar applaudierten. Letztendlich müssen sich die Further bis Sonntagmittag gedulden, denn erst dann findet im Parc Can Campassol die Siegerehrung des XVI. Festival International de Bandes de Musica Malgrat de Mar der World Association of Marching-Show-Bands (WAMSB) statt. So dürfte man am Sonntag kurz nach Mittag Gewissheit haben, ob der Further Spielmannszug nicht nur zur bayerischen und deutschen Spitze gehört, sondern auch zur europäischen.