Grenzen überwinden Namika: Eine Sängerin, die die deutsche Rap-Szene aufmischt

Namika ist aktuell mit dem Lied „Je ne parle pas français“ im Radio zu hören. Foto: Boris Roessler/dpa

Deutsche und marokkanische Texte, eine sanfte Stimme und Wortvariationen – diese Mischung gibt Namika ihren besonderen Klang. Annalena Leitermann (18) über eine Sängerin, die die deutsche Rap-Szene aufmischt.

Sängerin Namika hat in den vergangenen Monaten der Überfliegerszene Konkurrenz gemacht. Nach ihrer ersten Single „Lieblingsmensch“ zeigt sie mit ihrem aktuellen Radiohit „Je ne parle pas français“ die Spontanität des Lebens auf. Radiosender spielen ihre Musik rauf und runter. Niemand entkommt ihrer gewaltigen, aber doch so leisen und gleichzeitig sanften Stimme. Sie ist die Nummer eins der weiblichen deutschen Hip-Hop-Szene und das zurecht.

Deutsch trifft Marokkanisch

Die gebürtige Frankfurterin singt und rappt auf Deutsch sowie Marokkanisch und ist mit beiden Sprachen erfolgreich unterwegs. Aber Achtung! Es herrscht Gefahr für alle, die von Ohrwürmern geplagt sind, da sie ihre Texte zwar reichlich mit Sinnbildern und Metaphern aufstockt, diese aber leicht verständlich und einprägsam sind. Damit hebt sich die 26-Jährige von den typischen Rap-Inhalten wie dem Leben im Milieu und auf der Straße ab, welche bis heute den nationalen Hip-Hop-Markt beherrschen. Die harten Untertöne und das Gezwungene fehlen ihr, allerdings überragt sie mit ihrer Mühelosigkeit, die ihr ein Alleinstellungsmerkmal verleiht.

Der eingängige Rhythmus ihrer träumerischen Melodie ist bekannt dafür, im Gedächtnis zu verweilen. Das Lied „Lieblingsmensch“ ist das ideale Beispiel. Sanfte Musik mit einer beruhigenden Wirkung trifft auf eine klare Stimme, was einen starken Kontrast ermöglicht, der dich für ein paar Sekunden innehalten lässt. Sie beherrscht es eben, Wörter zu variieren, ihre Gefühle auszudrücken und die Emotionen so deutlich in ihre Texte einzubinden, wie es selten jemand tut.

In ihren Songs möchte die Sängerin die Konflikte der Gesellschaft ansprechen, sie aber in ein großes, ganzes Paket unterbringen, welches die Sorglosigkeit des Lebens wieder zulässt.

Anglizismen und Genrelosigkeit

Anglizismen und teilweise die Genrelosigkeit ihrer Songs zeigen ihre Fähigkeit, Grenzen zu überwinden, was in der heutigen Zeit besonders von Bedeutung ist. „Manchmal wiegt der Alltag schwer wie Blei“ – genau solche Phrasen machen die Texte so hörenswert.

Einfach mal in Ruhe im Garten zu sitzen, die Stille zu genießen, aus dem Radio Namika zu hören und zu spüren, wie die Natur wieder alles in die richtigen Fugen geraten lässt – dafür ist ihre Musik perfekt.

 
 

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