Gipfel Dutzende Pferde im G7-Team: Manipulationen an Stromkästen

Ein Polizeireiter reitet ein Pferd auf einer Wiese. Foto: Angelika Warmuth/dpa

Seit Monaten bereiten sich die Sicherheitsbehörden auf den G7-Gipfel vor. Kurz vor dem Treffen nun erste Zwischenfälle: Zuerst tauchen geheime Polizeidokumente zum Gipfel 2015 im Internet auf, nun wurden Übergriffe auf Stromkästen bekannt. Die Behörden bleiben gelassen.

Die Vorbereitungen für den G7-Gipfel auf Schloss Elmau bei Garmisch-Partenkirchen gehen in die heiße Phase. In der Region ist die Polizei mit massiven Kräften unterwegs. Seit Sonntag ist ein Sicherheitsbereich um das alpine Luxushotel am Fuß des Wettersteingebirges abgeriegelt, wo sich vom 26. bis 28. Juni wie schon 2015 die Staats- und Regierungschefs treffen.

Bisher gibt es laut den Behörden keine konkrete Gefährdungslage für den Gipfel. Dennoch beschäftigten die Polizei einige Vorfälle. Vor Schließung der Sicherheitszone um das Schloss gab es Manipulationen an Stromverteilerkästen einer Hilfsorganisation.

Mehrmals waren im Juni Kabel so umgesteckt worden, dass kein Strom floss - und dass bei der Reparatur ein Stromschlag für den betreffenden Mitarbeiter nicht ausgeschlossen gewesen wäre, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen erfuhr. Demnach werden Verdächtige unter den Gegnern des Gipfels vermutet. Es sei aber niemand zu Schaden gekommen. Ermittelt werde wegen Sachbeschädigung. Vereinzelt gab es auch Schmierereien, etwa "G7 verschieben".

Rund 18.000 Beamte werden voraussichtlich den Gipfel schützen - ebenso viele wie 2015. Teils kommen sie aus anderen Bundesländern sowie vom Bund. Dem Vernehmen nach könnten in der Spitze rund ein Drittel der rund 35.000 bayerischen Polizisten im G7-Einsatz sein.

Die Polizei wird auch von berittenen Beamten unterstützt. 42 Pferde der Landespolizeien aus Bayern und Baden-Württemberg gehören mit ihren Reitern zum Team der Einsatzkräfte. Mit ähnlich vielen Pferden ist auch die Bundespolizei beim G7-Gipfel unterwegs.

Die Tiere seien "Sympathieträger", teilte die Polizei bei der Vorstellung der Reiterstaffel der Landespolizeien mit. "Polizeipferde werden von den Bürgerinnen und Bürgern grundsätzlich positiv wahrgenommen und erleichtern oftmals den Einstieg in ein unbefangenes Gespräch mit den Polizeibeamten." Die Tiere sollen vor allem im unwegsamen Gelände zum Einsatz kommen.

Schon seit dem 13. Juni kontrolliert die Bundespolizei die Grenzen, um potenzielle Gewalttäter möglichst bei der Einreise abzufangen.

Mehrere Organisationen haben Demonstrationen angekündigt, die größte ist am Samstag in München. Die Veranstalter betonten, sie erwarteten eine friedliche Kundgebung. Mehrere Protestveranstaltungen sind auch im Raum Garmisch-Partenkirchen geplant. Die Bescheide des Landratsamts zu den Anmeldungen stehen noch aus. Von Freitag an wollen Gipfel-Kritiker ein Protestcamp für mehrere Hundert Demonstranten auf einer Wiese in Garmisch-Partenkirchen aufbauen.

2015 waren die Gipfel-Gegner auf der Wiese nach heftigen Regelfällen von Wassermassen überrascht worden. Auch dieses Mal könnte es feucht werden. Bis zum Wochenende erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) Regen, Gewitter und Sonne. Besonders am Freitag sei vor allem im bayerischen Alpenraum mit vielen Gewittern zu rechnen. Der Gipfel beginnt am Sonntag, auch dann könnte das Wetter instabil sein.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hatte am Vortag betont, der Schutz des G7-Gipfels habe für die Sicherheitsbehörden höchste Priorität. Friedlicher Protest gehöre zur Demokratie, bei Gewalt werde aber konsequent eingeschritten, sagte Faeser bei einem Besuch der Einsatzkräfte. "Wir sind auf jedes Szenario eingestellt und haben gewaltbereite Chaoten und Linksextremisten im Blick."

Die Veröffentlichung von Dokumenten über Sicherheitsmaßnahmen beim G7-Gipfel 2015 bleibt laut Ministerin ohne Einfluss auf die aktuelle Einsatzplanung. Es sei nicht gut, dass das geschehen sei. Es gehe aber um Einsatzunterlagen von 2015. Ähnlich hatten sich auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sowie ein Sprecher der Polizei geäußert. Ob es Schritte gegen die Plattform "de.Indymedia" geben kann, auf der die Dokumente abrufbar waren, ließ Faeser zunächst offen. "Wir gucken uns das jetzt sehr genau an."

Der Polizeigewerkschafter Andreas Roßkopf zeigte sich zuversichtlich, dass es keine großen Ausschreitungen geben wird. "Es sieht nicht so aus, dass es zu jenen eklatanten Ausschreitungen kommt, zu denen es kommen könnte", sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei für die Belange der Bundespolizei dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Dienstag). "Es ist nicht ersichtlich, dass ein schwarzer Block anreist. Vielmehr sind die Erkenntnisse so, dass wir von einem militanten Kern verschont bleiben."

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 
 
 

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