"Gewaltige Teamleistung" Darum startete NawaRo Straubing erfolgreich ins neue Jahr

Ausgelassener Jubel nach dem ersten Erfolg 2020: NawaRo Straubing setzte sich am Mittwochabend beim VC Wiesbaden durch. Foto: Corinna Seibert

NawaRo Straubing ist mit einem Auswärtserfolg in Wiesbaden ins neue Jahr gestartet. Eine starke Teamleistung und ein taktischer Kniff im vierten Satz waren die Grundlage dafür.

Vor dem Start in eine neue Saison oder vor dem Start in eine Halbserie haben Sportler oft ein besonderes Kribbeln. Keiner weiß so ganz genau, wo man steht. So war es auch bei NawaRo Straubing, bevor am Mittwochabend mit dem Auswärtsspiel beim VC Wiesbaden die Rückrunde in der Volleyball-Bundesliga begann. Ziemlich genau ein Monat lag das letzte Punktspiel zurück. „Es war für Wiesbaden genauso ein Schlüsselspiel wie für uns“, sagte Trainer Benedikt Frank am Tag danach. Wiesbaden wollte die nicht ganz zufriedenstellende Hinrunde verbessern, sicherlich auch ein Stück weit Revanche nehmen für die Niederlage am ersten Spieltag in Straubing. „Durchstarten“ wollte der VCW, wie es der Geschäftsführer vor der Partie auf der eigenen Homepage ausdrückte.

Doch NawaRo hatte da gehörig was dagegen. Die Niederbayern spielten eine starke Hinrunde, befinden sich im Mittelfeld der Tabelle – und wollen nun in der Rückrunde die Ergebnisse und Leistungen bestätigen. Im ersten von zehn Spielen der zweiten Saisonhälfte gelang das mit Bravour: NawaRo setzte sich in Wiesbaden verdient mit 3:1 durch. Dadurch wurde auch der Vorsprung auf den Neunplatzierten Wiesbaden auf acht Zähler ausgebaut.

Vor 1.712 Zuschauern holte sich NawaRo gleich die ersten beiden Sätze. Nach jeweils ausgeglichenem Beginn zog Straubing gegen Mitte der Sätze davon und setzte sich jeweils mit 25:19 durch. „Diese beiden Sätze waren richtig gut von uns“, lobte Frank. Gerade in Block und Annahme sei sein Team „unfassbar gut“ gewesen. Ein weiterer Faktor: „Die Mädels waren von Beginn an voll fokussiert.“ Schon vor der Partie hatte Frank gesagt, die Auswärtsspiele anders angehen zu wollen als in der bisherigen Saison.

Gegen die Halle und das Momentum

Auch in Wiesbaden musste NawaRo mit Widrigkeiten zurechtkommen. Denn im dritten Satz schien Straubing schon auf gutem Weg zum glatten 3:0-Erfolg zu sein, führte zwischendurch mit fünf Punkten Vorsprung (13:18). „Aber dann macht Wiesbaden ein paar Punkte hintereinander – und die Halle steht“, sagt Frank. Die eigene Stimmung hochzuhalten, sich von der Atmosphäre nicht beeindrucken zu lassen, ist da nicht mehr so einfach. „In den ersten beiden Sätzen hatten wir nur kleinere schlechte Phasen, da haben wir das gut hinbekommen“, so Frank. Doch im dritten Satz entglitt Straubing das Momentum und Wiesbaden schlug eiskalt zu, setzte sich mit 25:21 durch. „In solchen Phasen müssen wir noch stabiler und abgeklärter agieren. Wir sind zu emotional und hektisch geworden.“

Nun wäre es im Sport nicht das erste Mal vorgekommen, wäre das Spiel noch komplett in die andere Richtung gekippt. Doch NawaRo hielt erfolgreich dagegen. Satz vier war lange Zeit offen, bis zum 16:15 zur zweiten technischen Auszeit. Dann setzte sich NawaRo ab und gewann mit 25:21 und damit 3:1 nach Sätzen. „Riesenrespekt, wie es die Mannschaft geschafft hat, da dagegenzuhalten“, sagte Frank. Ein Schlüssel: Nachdem Wiesbaden schon im zweiten Satz die Aufstellung angepasst hatte, reagierte auch Frank und passte die Aufstellung seiner Mannschaft wieder an. „Wir haben das quasi wieder zurückgedreht und konnten so wieder die taktische Marschrichtung durchsetzen, die wir uns vorgenommen hatten“, erklärte er hinterher. Die Mannschaft sei dann zwar schon etwas müde gewesen, habe aber „über Kampf und Wille“ den Satzgewinn erzwungen. „Am Ende war es auch ein Kopfspiel. Die Mädels waren hinterher körperlich kaputt, aber vor allem auch im Kopf. Das war maßlos anstrengend“, berichtete Frank.

"Gewaltige Teamleistung"

Ein Erfolgsfaktor in Wiesbaden war auch die Ausgeglichenheit im Straubinger Team. Nicht nur ein oder zwei Spielerinnen waren für die Punkte verantwortlich, sondern alle fünf Angriffsspielerinnen punkteten zweistellig. „Das war eine gewaltige Teamleistung, zu der jede ihren Teil beigetragen hat“, freute sich Frank. Auch die verbesserte Personalsituation half dabei. Zwar setzte Frank dennoch fast durchgehend auf dieselbe Formation. „Aber dennoch verändert sich die Situation. Man hat mehr Input von mehr Spielerinnen, auch die Mädels von der Bank helfen.“

Aus der Partie kann NawaRo nun neben den drei Punkten vor allem auch ein gutes Gefühl mitnehmen. Das ist auch wichtig, schließlich wartet am Samstag in eigener Halle eine echte Mammutaufgabe auf die Niederbayern, wenn der Tabellenzweite SC Potsdam zu Gast ist (19.30 Uhr). Dass das Hinspiel einer der, wenn nicht sogar der schwächste Auftritt Straubings in dieser Saison war, ist Benedikt Frank dabei noch gut im Gedächtnis: „Wir haben da schon noch eine Rechnung offen“, sagt er. Betont aber gleichzeitig: „Potsdam ist nicht zu Unrecht Zweiter. Aber wir werden auf jeden Fall versuchen, sie zu ärgern.“

 

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