Gewaltausbruch Mindestens ein Journalist bei Protest in Haiti erschossen

Fabrikarbeiter fordern höhere Löhne am ersten Tag eines dreitägigen Streiks in Port-Au-Prince. Foto: Odelyn Joseph/AP/dpa/dpa

Ein Journalist ist in Haitis Hauptstadt Port-au-Prince während einer Demonstration getötet worden. Medienberichten zufolge sollen die tödlichen Schüsse aus einem Streifenwagen abgefeuert worden sein.

Port-au-Prince - Bei einer Demonstration in Haiti ist ein Journalist getötet worden. Der Reporter eines Online-Portals wurde nach Medienberichten am Mittwoch erschossen, als er von einem Protest von Textilarbeitern in der Hauptstadt Port-au-Prince berichtete.

Demnach wurden zwei weitere Journalisten angeschossen. Der Interims-Premierminister des Karibikstaates, Ariel Henry, schrieb auf Twitter, er bedaure den Tod des Journalisten und verurteilte die Gewalt, die Verletzungen verursacht habe.

Männer schießen aus Streifenwagen

Mehrere Medienberichte machten die Polizei für die Schüsse verantwortlich. Der Zeitung "Le Nouvelliste" zufolge feuerten schwer bewaffnete und vermummte Männer aus einem Auto heraus in die Menschenmenge. Die Nachrichtenagentur RHI News berichtete, es habe sich um einen Streifenwagen gehandelt. Die Polizei hatte laut Berichten Tränengas gegen die Demonstranten eingesetzt.

Hunderte Menschen nahmen an der Demonstration teil, bei der Arbeiter einen Mindestlohn von 1500 Gourde (etwa 13 Euro) pro Tag forderten. Am Montag hatte die Regierung eine Erhöhung des täglichen Mindestlohns in der Textilindustrie von 500 auf 685 Gourde verkündet, nachdem es bereits seit Wochen Proteste gegeben hatte.

© dpa-infocom, dpa:220224-99-259345/3

 
 
 

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