Die bayerischen Gesundheitsämter sind komplett überlastet. Die Personalsituation ist katastrophal, die Kontaktnachverfolgung kann bei den aktuellen Inzidenzen nicht mehr gewährleistet werden. Wie jetzt bekannt wurde, haben Mitarbeiter des Straubinger Gesundheitsamts vergangene Woche einen Brandbrief an OB Markus Pannermayr und Landrat Josef Laumer geschickt, in dem sie auf die kritische Situation aufmerksam machen.

Die entscheidende Frage, die sich dabei stellt: Kann die Inzidenz für die Stadt überhaupt noch realistisch abgebildet werden? Pannermayr schätzte am Freitag, dass sie vermutlich etwas höher liegt, "etwa bei 600 bis 700". Weiter will er sich allerdings nicht aus dem Fenster lehnen und verweist auf die Zuständigkeit des Landrats. Die Stadt kümmert sich um das Thema Impfen und Boostern, das Landratsamt steht für das Gesundheitsamt als eine seiner Abteilungen gerade. So lautet der Deal.

Nun ist es aber so, dass die Bürger aus Stadt und Landkreis in einem Corona-Boot sitzen. Landkreisbürger werden in den städtischen Impfzentren geboostert, und das Gesundheitsamt ist auch in der Stadt für die Kontaktnachverfolgung und die Meldung der positiven Fälle an das Bayerische Landesamt für Gesundheit zuständig. Doch wie aussagekräftig sind diese Zahlen, wenn es an allen Ecken und Enden brennt?