Nach etlichen Kämpfen und Diskussionen haben es Eltern endlich geschafft: Das Kind lässt sich jeden Morgen und jeden Abend die Zähne putzen - im Idealfall schafft es das sogar schon selbst. Brav öffnet der Nachwuchs beim routinemäßigen Zahnarztbesuch den Mund, alles ist top, es gibt keine Löcher. Dann er Schock: Die bleibenden Schneidezähne bekommen bräunliche Flecken, mit bröckelndem Zahnschmelz stößt der erste bleibende Backenzahn durch das Zahnfleisch. Heißes und kaltes Essen schmerzt, ebenso das Zähneputzen. Sogar das Sprechen bei kalten Temperaturen draußen im Winter wird zur Tortur für die Kleinen. Die Diagnose des Zahnarztes: Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation - kurz MIH.

"Wir bezeichnen das landläufig gerne als Kreidezähne. Denn es sind Zähne, die nicht vollständig mineralisiert sind", sagt Prof. Dr. Dr. Norbert Krämer, Direktor der Poliklinik für Kinderzahnheilkunde des Universitätsklinikums Gießen und Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde (DGKiZ) e.V.. Die Mineralisation mache den Zahnschmelz hart. Das sei wichtig, damit wir Nahrung zerkleinern können.