Gespräch mit David Mayonga Rassismus geht uns alle an: So lief der Freistunde-Talk

David Mayonga (Zweiter von rechts) sprach mit Moderator Florian Wende (rechts) und den Straubinger Gästen Jürgen Borchert (von links), Melanie Denk, Zoja Ruder und Josef Eckl über das Thema Rassismus im Alltag. Foto: Jamal Stefanie Khalil

„Ein N**** darf nicht neben mir sitzen.“ Diesen Satz hört Autor und Musiker David Mayonga an seinem ersten Tag im Kindergarten. Ein einschneidender Moment für den heute 39-Jährigen. Denn hier wird er zum ersten Mal damit konfrontiert, dass er in den Augen mancher anders ist. Darum ging’s im Freistunde-Talk, der am Donnerstagabend bei lauschiger Atmosphäre im Bernauergarten stattfand.

Aufgrund der Corona-Auflagen waren nur 50 Gäste zugelassen. Und die kamen auch alle. Die Idee zur Veranstaltung hatten sechs Schülerinnen des Anton-Bruckner-Gymnasiums: Marie Klostermeier, Claudia Doan, Carla Kim, Pia Schmidt, Carolina Ebner und Eva Schmidt. Zusammen mit Natalie Gräfe von der Mobilen Jugendarbeit und der Freistunde-Redaktion des Straubinger Tagblatts organisierten sie den Talk.

David Mayonga, aufgewachsen in Markt Schwaben in Oberbayern, erzählte schonungslos von seinen Erlebnissen mit Rassimus im Alltag. Wie er auf dem Pausenhof in der Schule für alles verantwortlich gemacht wurde. Wie er als Zwölfjähriger gewaltvoll von Polizisten auf Drogen und Waffen untersucht wurde. Wie er sich auch heute noch nahezu täglich rassistische Bemerkungen anhören muss.

Josef Eckl, Leiter der Polizeiinspektion, stellte klar, dass solche Vorfälle nicht in Ordnung sind. Und dass bei der Ausbildung von Polizisten die Sensibilisierung für dieses Thema einen breiten Rahmen einnimmt. Er betonte aber auch, dass noch mehr getan werden muss. Jürgen Borchert und Melanie Denk (Offene Kinder- und Jugendarbeit Caritas) berichteten von Projekten, mit denen sie schon Kinder Empathie und Antirassismus beibringen. Zoja Ruder (Integrations- und Migrationsbeirat) stellte die Straubinger Tafel für Kulturen vor, bei der Einheimische und Migranten zusammen an einem Tisch essen.

Am Ende waren sich alle einig, dass der Kampf gegen Rassismus bei einem selbst beginnt. „Jeder muss sich an der eigenen Nase packen“, brachte es Melanie Denk auf den Punkt.

Der Mitschnitt des Freistunde-Talks zum Nachschauen

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