Geschafft! Eisbären Regensburg steigen in DEL2 auf

, aktualisiert am 29.04.2022 - 23:38 Uhr
Eine Einheit: Die Eisbären posieren nach der gewonnenen Oberliga-Meisterschaft auf der Eisfläche vor ihrer Fankurve. Foto: Andreas Nickl
Eine Einheit: Die Eisbären posieren nach der gewonnenen Oberliga-Meisterschaft auf der Eisfläche vor ihrer Fankurve. Foto: Andreas Nickl

Die Eisbären Regensburg haben sich am Freitagabend die Meisterschaft in der Eishockey-Oberliga und den damit verbundenen Aufstieg in die DEL2, die zweithöchste deutsche Eishockeyliga, gesichert. Die Oberpfälzer müssen aber noch die Lizenzvergabe für die 2. Liga abwarten.

Es war der verdiente Abschluss einer unendlich lange erscheinenden Playoff-Reise der Eisbären Regensburg in der Eishockey-Oberliga! Vor 4.712 Zuschauern in der ausverkauften Donau-Arena haben die Oberpfälzer am Freitagabend mit 4:1 gegen die ECDC Memmingen Indians gewonnen und kehren somit nach 14 Jahren zurück in die zweithöchste Spielklasse. Zwei Überzahltore von Kapitän Peter Flache im zweiten Drittel sorgten für die Vorentscheidung, ehe nach Spielende die Party starten konnte.

Alles war für einen historischen Abend vorbereitet, wie ihn die Donau-Arena schon lange nicht mehr gesehen hat. Die Euphorie war grenzenlos, die Tickets gingen weg wie in allerbesten Zeiten und die Eisbären wollten diesen Schwung mitnehmen für den entscheidenden dritten Sieg in der Best-of-five-Serie.

Gajovsky trifft früh zur Führung

Beide Trainer bauten auf die gleichen Reihen wie in Spiel drei am Dienstag in Memmingen und diese hielten sich nicht lange mit Abtasten auf. Schon in der vierten Minute explodierte die Stimmung in der vollen Halle. Nachdem Tomas Schwamberger kurz zuvor noch knapp die Führung verpasste, vollendete Nikola Gajovsky einen schnellen Angriff zum 1:0 durch die Schoner von Marco Eisenhut. Der ECDC war nun noch mehr gefordert und die Frage war nun, wie sie diesen schnellen Tiefschlag verarbeiten würden. Die Antwort kam nur 80 Sekunden später durch Jaroslav Hafenrichters Ausgleich, der aus spitzem Winkel Patrick Berger überraschte.

Nach einer weiteren Möglichkeit, die Andre Bühler gerade noch blocken konnte, hatten die Eisbären wieder Vorteile und auch die besseren Abschlüsse. Doch die seltenen Aktionen der Memminger waren dafür gefährlicher. In der 15. Minute lag kurz die Scheibe frei und der Schlenzer landete an der Querlatte. Danach parierte Berger gegen Petr Pohl, der fast einen Fehlpass von Schwamberger bestraft hätte.

Berger erneut stark

Das einzige Powerplay des Drittels hatten die Hausherren, doch bis auf einen verdeckten Schuss von Jakob Weber war das Remis nicht in Gefahr. Es blieb weiter ein Duell auf Augenhöhe, in dem die Gäste, ähnlich wie in der vorangegangenen Partie, an einem gut aufgelegten Eisbären-Schlussmann scheiterten und mit dem Schussglück haderten.

Auch im zweiten Drittel trafen die Schwaben einmal das Gestänge - lagen dann aber plötzlich 1:3 zurück. Die Oberpfälzer nutzten ihrerseits das Angebot der Indians stark aus. Eisenhut musste in Memminger Unterzahl den Schuss von Weber prallen lassen und Flache, der einzige aktive Eisbär, der beim bis dato letzten DEL2-Spiel im Jahr 2008 bereits dabei war, konnte abstauben.

Flache avanciert zum Matchwinner

Nach einem Pfostentreffer und einem gerade noch gestoppten Bauerntrick schlug wieder die Stunde des Kapitäns. Diesmal saß Linus Svedlund wegen Stockschlags bei den Indians draußen, die Überzahl lief wie am Schnürchen und Flache lenkte die Vorlage von Lukas Heger in die Maschen.

Die Atmosphäre kochte nun, zur zweiten Drittelpause saß niemand mehr in der Halle und für die Eisbären waren es nur noch zwanzig Minuten bis zum großen Erfolg. Die begannen gleich fast mit der Entscheidung. In der Luft wurde der Puck abgelenkt und landete nur hauchdünn neben dem Pfosten. Beim Gegenangriff half dann zum dritten Mal das Metall und die Indians liefen weiter einem zwei-Tore-Rückstand hinterher. Ihr starkes Überzahlspiel konnte ihnen bei der Aufholjagd auch nicht helfen, denn die Regensburger leisteten sich nur ein Foul von Bühler und bis auf einen Schuss von Matej Pekr konnte sie sich nichts erspielen.

Selbst ein berechtigter Penalty in der 54. Minute half den Allgäuern an diesem Abend nicht mehr zu einem Comeback. Pohl versuchte Berger zu tunneln und hatte damit keinen Erfolg. Damit war das letzte große Aufbäumen gestoppt. Auch der Versuch, in den Schlussminuten den Torwart zugunsten des sechsten Feldspielers zu ziehen, war nicht von Erfolg gekrönt und so markierte Schwamberger Sekunden vor dem Ende den Endstand - zur Freude aller, die es mit den Eisbären hielten.

Regensburg – Memmingen Indians 4:1 (1:1, 2:0, 1:0)

Regensburg: Berger – Gulda, Heider; Weber, Bühler; Schütz, Schiller; Schlauderer, Wagner – Divis, Gajovsky, Heger; Flache, Keresztury, Ontl; Schembri, Schwamberger, Schmidt; Plihal, Schmid, Stöhr.

Memmingen: Eisenhut – Kittel, Svedlund; Raab, Kasten; Jiranek, Schirrmacher; Bergen – Hafenrichter, Peter, Pohl; Topol, Ahlroth, Pekr; Nirschl, Lukes, Pfalzer; Abstreiter, Huhn, Stange.

Tore: 1:0 (03:55) Gajovsky (Divis), 1:1 (05:15) Hafenrichter (Kittel, Svedlund), 2:1 (27:57) Flache (Weber, Schmid 5-4), 3:1 (35:06) Flache (Heger, Ontl 5-4), 4:1 (59:13) Schwamberger (Schembri, Berger ENG) – Schiedsrichter: Carsten Lenhart (Kassel)/Robert Ruhau (Bad Nauheim) – Strafminuten: Regensburg 2 / Memmingen 6 – Zuschauer: 4712 (ausverkauft) – Besonderes: Pohl (Memmingen) scheitert mit Penalty an Berger (54.).

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