Geschäftsführer der Volleyball-Bundesliga Das sagt Klaus-Peter Jung zur Entwicklung bei NawaRo Straubing

Klaus-Peter Jung, Geschäftsführer der Volleyball-Bundesliga. Foto: imago

Auch die Volleyball-Saison ist vorzeitig beendet. Am Mittwoch war Liga-Geschäftsführer Klaus-Peter Jung noch in Straubing und hat sich zur Entwicklung am Standort geäußert.

Klaus-Peter Jung, Geschäftsführer der Volleyball-Bundesliga, hat am Mittwochabend bei NawaRo Straubing vorbeigeschaut, um sich vor Ort einen Überblick über die Entwicklungen am Standort zu machen. Gegenüber idowa sprach er über seine Einschätzung dazu. „Zurzeit positiv” sieht er die Entwicklung. Gerade anhand des sportlichen Abschneidens sehe man, “dass hier sicher gute Arbeit geleistet worden ist, denn das war rein von den Zahlen nicht zu erwarten.” Er sei zudem der Meinung, “dass Straubing anfängt, sich in der 1. Bundesliga zu etablieren.” Dass ein kleiner Club wie Straubing sportlich überraschend gut abschneidet, sei „das Salz in der Suppe in jeder Sportart“, sagte Jung. „Das ist nur positiv für eine Liga.“

In der Volleyball-Bundesliga habe man derzeit acht etablierte Teams mit Etats von einer Million Euro und mehr, davon zwei Top-Teams mit über zwei Millionen. Mit einem Gesamtetat von rund einer dreiviertel Million liegt NawaRo hier derzeit noch im hinteren Bereich.

Jung über NawaRos Finanzen: "Tragfähig"

Geschäftsführerin Ingrid Senft kürzlich im idowa-Interview schon öffentlich gemacht, dass noch Einnahmen fehlen, um mit einer schwarzen Null abzuschließen. Aus Jungs Sicht aber kein größeres Problem: „Bei uns werden alle Zahlen, die die Vereine einreichen, von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer geprüft. Da habe ich das Signal erhalten, dass das Konzept tragfähig ist und hält.“ Dass ein Verein im einen Jahr eine kleine Unterdeckung habe, die man dann im nächsten Jahr wieder abarbeiten müsse, passiere öfters. „Wichtig ist nur, dass es nicht zu einer Spirale wird, aber das sieht sehr gut aus in Straubing“, sagte Jung.

Auch bei NawaRo müssten nun aber nächste Schritte folgen. Da ist laut dem Liga-Geschäftsführer zum einen die Geschäftsstelle, die auf Sicht besser aufgestellt werden muss – und auch die Hallenfrage ist nach wie vor ungeklärt. Zwei Jahre habe ein Aufsteiger immer „Welpenschutz“ und kann laut Jung in einer Zweitliga-Halle spielen. Der nächste Schritt wäre, ein Machbarkeitskonzept vorzulegen. An diesem Punkt ist Straubing zwei Jahre nach dem Aufstieg angekommen. „Aber wir haben im Vorstand entschieden, den Druck hier nicht zu groß werden zu lassen, denn so etwas muss ja wachsen.“ Je nachdem, wie man eine Halle gestalte, würde das zwischen acht und 20 Millionen kosten. Wichtig ist der Liga allerdings, dass es ein Konzept gibt.

Klaus-Peter Jung hat die Hallenfrage einst selbst beschäftigt, als er Geschäftsführer der Roten Raben Vilsbiburg war. Er könne sich noch gut an diese Phase erinnern, erzählt er. Auch in Vilsbiburg war es ein langer Prozess, bis der Stadtrat knapp für den Bau der Ballsporthalle entschieden habe. „Ich bin immer wieder mit Raben-Geschäftsführer André Wehnert im Kontakt. Heute spricht keiner mehr über das Thema, es ist heute selbstverständlich und die Investition damals war genau richtig und gut.“

Mit der Gesamtentwicklung der Liga zeigt sich Jung zufrieden: „Wir befinden uns ja im Konkurrenzverhältnis zu anderen Sportarten. Handball, Basketball und Eishockey waren uns mit Meilenstiefeln enteilt. Unser Ziel war es, da aufzuholen und das haben wir geschafft.“ Ein Fehler sei es gewesen, die zweite Liga nicht gleich mitzuentwickeln, aber man arbeite aktuell daran, hier aufzuholen.

Ziel: Bundesliga mit 14 Teams

Wichtig sei, dass man potenziellen Erstligisten unter die Arme greife und sie unterstütze. Dies geschehe unter anderem durch eine Vorlizenzierung. Auf Sicht sollen wieder 14 Teams in der 1. Liga spielen und Jung hält das für machbar: „Es ist immer die Frage, welches Umfeld man hat und ob man sich die 1. Liga leisten kann. Es geht aber auch darum, wer den Mut hat“, sagt er. Das dürfe kein Ad-hoc-Mut sein. „Aber mit einem klaren Plan, den man aufstellt und verfolgt, kann man die 1. Liga schaffen. Man muss ihn nur rechtzeitig angehen.“

Wo Jung die Volleyball-Bundesliga in fünf Jahren sieht? „Wir haben uns sehr gut entwickelt und sind die einzige Mannschaftssportart in Deutschland, bei der die Frauen- und Männer-Liga gleich gut entwickelt ist. Im Frauen-Teamsport sind wir die Nummer eins in Deutschland, das müssen wir ausbauen. Meine Vision ist, dass Frauenvolleyball die akzeptierteste Frauensportart ist und medial eine hohe Aufmerksamkeit genießt.“

 

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