Es klingt nach dramatischen Szenen, die sich am 11. April dieses Jahres auf der Autobahn A3 Richtung Passau abgespielt haben sollen. Wild gestikulierend soll der 26-jährige Jolanda N. (Name geändert) damals am späten Nachmittag auf Höhe des Parkplatzes Wiesenttal bei Wörth herumgelaufen sein. Mit einem Koffer hatte er die rechte Fahrbahn blockiert und versuchte, Fahrzeuge anzuhalten. Zuvor war er aus einem Reisebus ausgestiegen.

Julia B. (Name geändert) war zu der Zeit auf der A3 auf dem Weg zu ihrer Schwester, um ihre Kinder abzuholen, wie sie am Montag vor dem Landgericht Regensburg erzählt. Aus Sorge, den 26-Jährigen anzufahren, habe sie angehalten. Sofort soll der Mann durch das geöffnete Fenster gegriffen und die Türe geöffnet haben. Er zog die Frau mitten auf der Autobahn aus ihrem Auto und stieß sie beiseite. "Ich bin in Todesangst einfach in den Verkehr reingelaufen", so die 39-Jährige vor der 5. Strafkammer - auch um Hilfe zu bekommen. Doch die anderen Türen blieben ihr verschlossen. Schutz musste sie sich selbst hinter einem der Fahrzeuge suchen, die angehalten hatten. Währenddessen versuchte der Angeklagte, das Fahrzeug zu starten - vergeblich. Nach wenigen Augenblicken stieg er wieder aus und flüchtete.