Amtsgericht Landshut Friedensangebot des Richters

Richter Stefan Kolb machte dem Beamten vor Eintritt in die Beweisaufnahme „ein absolutes Friedensangebot“: Bei einem umfassenden Geständnis bekomme er eine Freiheitsstrafe um die sechs Monate oder einer Geldstrafe. Ansonsten könne er durchaus mit einem höheren Urteil rechnen.

Die Aktenlage spreche „massiv“ gegen den Angeklagten, so Kolb. Er habe 13 Kollegen des Beamten geladen; „keiner von denen hat für Sie ausgesagt“. Nach kurzer Unterredung lehnte Verteidiger Lang eine Verständigung aber ab: „Mein Mandant wünscht, in die Beweisaufnahme zu gehen.“

Denn, so Lang: „Am Ende wird er freizusprechen sein.“ Zu dem angeblichen Vorfall mit dem Messer sei zu sagen, dass sein Mandant dieses stets in seinem Einsatzgürtel mit sich trage. Er habe nur dessen Arretierung überprüft, falls einer der Jungen versucht hätte, es sich zu schnappen. Das Fixieren auf dem Schreibtisch, um den Finger des Jungen auf den Scanner zu bekommen, sei zielführend und somit keine Körperverletzung gewesen.

Und sein Mandant habe nicht gesehen, dass der am Boden liegende 15-Jährige auch Fußfesseln hatte. Er sei davon ausgegangen, dass dieser noch aufstehen könne. Der Vorsatz, dem Jungen wissentlich Schmerzen zu bereiten, falle somit weg.

 

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