Am Freitag, 11. Juni, feiert der ehemalige Chef des Modehauses Hafner in Straubing und CSU-Stadtrat seinen 80. Geburtstag

Von Lebenskünstlern hat jeder seine ganz eigene Vorstellung. Ein Zeichen von Lebenskunst - wohlgemerkt für Fortgeschrittene - ist aber unbedingt, den richtigen Zeitpunkt zum Loslassen und für einen neuen Lebensabschnitt zu finden und dabei dem bisherigen nicht nachzutrauern und schon gar nicht hinterherzulaufen. Diese Lebenskunst perfektioniert hat Gerhard Hennig. Jahrzehnte hat er als Chef den "Hafner", Straubings Modehaus-Flaggschiff, mit vollem Einsatz auf Kurs gehalten. Gleichzeitig hat er honorig, fachkompetent und überzeugend die Interessen des Einzelhandels auf kommunaler, regionaler und überregionaler Ebene vertreten. Zwei Perioden lang besonders - aber nicht nur - die Interessen der Innenstadt im Stadtratsplenum. Klassisch mit 65 hat er sich aus dem Familienunternehmen und Zug um Zug aus seinen vielen Ehrenämtern zurückgezogen. Er hat dabei immer einen ausgeglichenen Eindruck vermittelt, mit dem Hier und Jetzt und mit sich im Reinen. Am Freitag, 11. Juni, wird Gerhard Hennig 80 Jahre.

Ich ziehe mich zurück und genieße meinen Ruhestand. Vorgenommen haben sich das schon viele, aber bei vielen ist es beim guten Vorsatz geblieben: Manchem fällt es dann doch schwerer als gedacht. Gerhard Hennig hat diese Hürde mühelos genommen, obwohl oder gerade weil er vorher so sehr im Geschirr war. Er hat seiner Tochter Claudia Hennig und seiner Schwester Elisabeth Wiegel mit 65 symbolisch den Schlüssel zum Modehaus Hafner übergeben. Seitdem ist er da, wenn man seinen Rat sucht und vor allem sein untrügliches kaufmännisches Bauchgefühl. Aber nur dann. Etwas anderes würde auch gar nicht zu ihm passen. Er genießt den Luxus, Zeit zu haben. Obwohl er während seines mehr als ausgefüllten Berufs- und Lobbyisten-Lebens nie den Eindruck eines Gehetzten vermittelt hat. Auch das ist eine Kunst, die Gerhard Hennig beherrscht. Er habe seine Ehrenämter nie als Belastung empfunden, hat er einmal im Tagblatt-Interview gesagt. Das ist wohl der Schlüssel.