Geplantes Polizeitrainingszentrum Straubinger Prestige-Projekt im Haushaltsentwurf für 2023

"Übung" steht auf einem Helm im 2020 eröffneten Polizei-Trainingszentrum Regensburg. Straubing wartet auf die Realisierung einer solchen Einrichtung für das Präsidium Niederbayern. Foto: Armin Weigel/dpa

Ein wichtiger Schritt ist getan: Das geplante Polizeiliche Einsatztrainingszentrum in Straubing ist in den Regierungsentwurf für den Haushaltsplan 2023 aufgenommen worden. Das teilte Innenminister Joachim Herrmann am Mittwoch mit. 

Wie mehrmals berichtet, soll die Trainingsstätte für die bayerische Polizei an der B8 bei Alburg entstehen. Geplant ist ein hochmodernes Trainingszentrum inklusive einer Schießanlage, in der auch schwierige Szenarien geübt werden können. Zudem sollen auf dem 6.300 Quadratmeter großen Grundstück auch die in Straubing angesiedelten "Operativen Ergänzungsdienste" (OED) eine neue und größere Bleibe finden. Der Kaufvertrag für das Grundstück wurde bereits im Dezember 2019 unterschrieben, im Februar 2020 machte Innenminister Herrmann die Pläne bei einem Besuch in Straubing öffentlich. Seitdem wurde es jedoch verdächtig still um das Vorhaben.

So still, dass Straubings Oberbürgermeister Markus Pannermayr bei der Eröffnung des diesjährigen Gäubodenvolksfestes bei Finanzminister Albert Füracker nachhakte. Der verwies zwar auf die Zuständigkeit des Innenministeriums, versprach aber, das Projekt erneut anzusprechen. Das hat offenbar gefruchtet: Am Mittwoch verkündete Innenminister Joachim Herrmann, dass im Regierungsentwurf für den Haushaltsplan 2023 auch ein Planungstitel für das Straubinger Prestige-Projekt enthalten sein wird. Sollte auch der Landtag seinen Segen erteilen und das Projekt im finalen Haushalt landen, könnte endlich mit den konkreten Planungen begonnen werden. Erst dann wären auch realistische Aussagen zu Bauterminen und den Kosten möglich. Bei der Verkündung 2020 war das Bauprojekt mit elf Millionen Euro beziffert worden - angesichts explodierender Baupreise dürfte dieser Wert aber nicht zu halten sein. 

Zentrum in Freyung muss neu geplant werden

Auch zu dem geplanten Polizeizentrum in Freyung hatte Herrmann Neuigkeiten - allerdings keine guten. Das dort vorgesehene Projekt muss neu geplant werden und wird wohl deutlich abgespeckt. Wie Herrmann erläuterte, war der Eigentümer eines für das Gesamtkonzept unverzichtbaren Grundstücks bis zuletzt nicht verhandlungsbereit. Eine Machbarkeitsstudie des Staatlichen Bauamts Passau habe dann ergeben, dass zentrale Übungsmodule mit dem reduzierten Grundstücksumfang nicht umsetzbar gewesen wären. "Daher macht es für uns keinen Sinn, an den ursprünglichen Planungen festzuhalten", so Herrmann. 

Stattdessen soll das Bedarfskonzept nun schnellstmöglich überarbeitet werden und ein Tagungs- und Fortbildungszentrum entstehen. Herrmann verspricht sich davon insgesamt eine zügigere Realisierung des Projekts. "Freyung kann sich jedenfalls auf ein großes Polizeizentrum freuen, das der gesamten Region neue Impulse geben wird", fasste der Innenminister zusammen. So kommen dort zukünftig zentrale und dezentrale Fortbildungen, Dienstbesprechungen, Workshops und nationale wie internationale Fachtagungen in Betracht.

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