Generalsekretär Söders zweite erste Wahl: Jetzt muss es Martin Huber richten

Markus Söder (r) und Martin Huber gehen gemeinsam zur Sitzung des CSU-Parteivorstands. Foto: Peter Kneffel/dpa

Der Rücktritt von Generalsekretär Mayer hat die CSU geschockt. Doch die Zeit bis zur Wahl drängt. Und so präsentiert Parteichef Söder keine 72 Stunden später den nächsten Hoffnungsträger.

Nun soll es also Martin Huber richten. Der innerhalb Bayerns nur wenig und außerhalb kaum bekannte Oberbayer ist Markus Söders zweite erste Wahl für das wichtige Amt des Generalsekretärs. "Ich vertraue dir zu 100 Prozent, ich traue dir das auch zu", sagte der CSU-Chef am Freitag in München bei der Vorstellung der Personalie für die Parteizentrale, die mit Blick auf die Landtagswahl 2023 auch maßgeblich für Söders eigene politische Karriere ist.

Keine Frage, auf die Notoperation in der Landesleitung hätte Söder herzlich gerne verzichtet. Doch nachdem dessen erste Wahl bei der großen Personalrochade im Februar, der altgediente Ex-Staatssekretär und Bundestagsabgeordnete Stephan Mayer, am Dienstagabend kurzfristig und überraschend seinen Rücktritt erklärte, blieb keine andere Wahl. Er habe eine zeitnahe Lösung versprochen, und die sei jetzt gefallen, betonte Söder, der so auch an seine eigenen Leute zwei klare Signale aussenden will: Die Lage ist unter Kontrolle, und in der CSU gibt es für jede Herausforderung genügend Talente.

"Wir setzen sehr stark auf die Bayern-Karte", betonte Söder. Mit Blick auf die Wahl sei es gut, wenn der Generalsekretär nun aus der Landtagsfraktion komme. Huber könne gut organisieren, sei ein moderner Konservativer und ein kluger Kopf aus dem ländlichen Raum. Zwar hätte es auch geeignete Kandidaten aus dem bayerischen Kabinett gegeben, "unter dem Strich" sei dies aber die beste Aufstellung für die CSU, da er keine neue Lücke ins Kabinett reißen wollte.

Wer Huber bei seiner Vorstellung zuhört, sieht einen 44-Jährigen, der offenkundig nicht für das neue Amt motiviert werden muss. "Es ist eine große Ehre, eine große Aufgabe", sagte er. Als er davon spricht, gleich nach der Pressekonferenz mit seiner Arbeit beginnen zu wollen, reißt er energisch die Arme nach oben.

Dabei dürfte Huber helfen, dass er die CSU-Zentrale schon kennt. Von 2004 bis 2007 arbeitete er hier in der Pressestelle, von 2008 bis 2013 war der verheiratete Katholik persönlicher Referent des damaligen Parteichefs Horst Seehofer. Seit 2013 sitzt Huber für die CSU im Landtag. Ende Februar hatte ihn Söder als einen von zwei Verantwortlichen für die Erarbeitung des neuen CSU-Grundsatzprogramms auserkoren. Seit 1995 ist Huber in der CSU, seit 2013 im Landtag.

"Er brennt, er will das", sagte Söder über Huber. Der Generalsekretär brauche Organisationstalent, Basisnähe, er müsse kommunizieren und die Partei repräsentieren können. "Es schadet nichts, wenn er auch kämpfen und manchmal auch beißen kann." Er schätze Hubers Teamgeist, seinen Fleiß und seine Leidenschaft für die CSU. Wie sein Vorgänger Stephan Mayer ist Huber Mitglied im CSU-Kreisverband Altötting. In der CSU gilt Huber als "moderner Konservativer mit einem Öko-Touch" und liegt damit genau auf der Linie von Söder.

Doch auch wenn Entscheidung nun gefallen ist, werden die vergangenen Tage in der CSU noch länger nachhallen. "Dies war keine leichte Woche für die Partei, aber auch für mich ganz persönlich. Vor allem menschlich, aber wir schauen nach vorne und stellen uns neu auf", beschreibt Söder die Situation.

Zur Erinnerung: Mayer hatte am Dienstag nach nur gut zwei Monaten Amtszeit das Handtuch geworfen. Der 48-Jährige nannte dafür gesundheitliche Gründe. Zugleich räumte Mayer allerdings eine "möglicherweise" im Rückblick nicht angemessene Wortwahl einem "Bunte"-Journalisten gegenüber ein. Der Journalist hatte Mayer vorgeworfen, ihn telefonisch bedroht zu haben, im Zusammenhang mit einem Bericht über dessen Privatleben.

Für langes Wunden lecken haben Söder und die CSU trotz aller Betroffenheit keine Zeit. In eineinhalb Jahren wird in Bayern gewählt und die Lage der Partei ist keineswegs rosig. Umfragen verorten die Christsozialen zwischen 35 und 38 Prozent und damit unweit des historisch schlechten Abschneidens bei der Wahl 2018 (37,2 Prozent). Aufs Gemüt drücken auch die Berliner Oppositionsrolle, die mauen Zustimmungswerte zur Regierungsarbeit und die Corona-Nachwehen.

Huber, Söder und Co haben also eine Menge Arbeit vor sich, sie müssen die Partei mobilisieren, motivieren und ihr wieder jenes Selbstverständnis einhauchen, welches Huber schon in seinen ersten Worten anklingen lässt: Es gelte den "größten Schatz" zu nutzen, den die CSU habe und der ihre "besondere Kraft" ausmache: die Basis. "Denn das ist unsere Grundlage, unser Fundament. Und da sind wir immer noch unschlagbar und so stark wie keine andere Partei."

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 

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