Wenn Sandra Meindl von Gambia spricht, leuchten ihre blauen Augen. "Die Menschen, die Sonne, die Musik haben mir meine Lebensfreude wiedergegeben", erzählt sie. Das Jahr 2020 hatte der 43-Jährigen aus Geiselhöring zugesetzt. Persönliche Schwierigkeiten, die beiden Lockdowns und die damit verbundene Isolation im Homeoffice machten ihr zu schaffen: "Ich fühlte mich wie in einem Loch."

Zu allem Überfluss wurde der Betreuerin für Asylbewerber noch der Arbeitsplatz gekündigt, weil die Asylbewerberunterkunft für traumatisierte Frauen in Mallersdorf, die Meindl mit aufgebaut hat, Ende Juni 2021 aufgelöst wird. Mitte Dezember 2020 war ihr Maß an Stressresilienz endgültig überschritten, erinnert sie sich. "Ich musste raus."

Plötzlich war die Idee da, ins westafrikanische Gambia zu reisen. Sandra Meindl hatte über Bekannte schon viel von dem Land gehört. Kurzentschlossen flog sie nach Gambia, wo sie ein Hotelzimmer an der Küste  buchte. "Eine spartanische Unterkunft, die aber fließend Wasser und eine europäische Toilette hatte." Vom ersten Tag an gaben die Einheimischen ihr das Gefühl, willkommen zu sein.