Gartenbesitzer, aufgepasst! Wenn Zierpflanzen zur Todesfalle werden

Blick auf einen Riesenbärenklau. Sein Pflanzensaft kann auf der Haut zu schwerwiegenden Verbrennungen und Entzündungen führen. Foto: Carsten Rehder/dpa

Wer glücklicher Besitzer eines Gartens ist, verbringt im Sommer gerne so viel Zeit wie möglich im heimischen Paradies. Hier eine Ranke Efeu, da eine hängende Weihrauchpflanze. Doch allzu sorglos sollten Gartenbesitzer bei der Wahl ihrer Zierpflanzen nicht sein. Denn giftige Pflanzen gibt es nicht nur in den Tropen. Einige unserer beliebtesten Blumen und Stauden haben es im wahrsten Sinne des Wortes in sich! Diesen heimischen Pflanzen sollten Sie mit Vorsicht begegnen.

Das Problematische bei gefährlichen Zierpflanzen: Kinder sind besonders gefährdet. Schon geringe Dosen von Giftstoffen können den kleinen Körpern zusetzen. Aber nicht nur der Nachwuchs ist vor den Gefahren im heimischen Garten oder Balkon nicht sicher, auch Tiere können in die Giftfalle tappen. 

Das sind die giftigsten Pflanzen:

  • Der Eisenhut. Er ist wegen seiner tiefblauen Blüten sehr beliebt und aus unseren Blumenbeeten nicht zu vertreiben. Doch beim Eisenhut handelt es sich um die giftigste Pflanze, die in Europa heimisch ist. Schon kleinste Mengen sind tödlich - für Kinder wie für Erwachsene.
  • Der Rizinus stammt aus Afrika. Die Staude ist wegen ihrer Laubfärbung und der knallroten Blüten und Fruchtstände ein Blickfang in vielen Gärten. Doch der Schein trügt. Schon ein Samenkorn kann die tödliche Dosis (0,25 mg) des Eiweißes Ricin enthalten. Besonders gefährlich: Die hübschen Beeren, die die tödlichen Samen umschließen, schmecken sogar gut.
  • Auch die Früchte der Tollkirsche schmecken gut und sehen appetitlich aus. Aber bereits drei bis vier ihrer Beeren sind für Kinder lebensbedrohlich.
  • Der Gewöhnliche Goldregen ist eine seit langem beliebte, anspruchslose Zierpflanze. Doch Vorsicht! Sämtliche Goldregen-Arten enthalten in allen Pflanzenteilen das stark giftige Alkaloid Cytisin. Schon zehn bis fünfzehn Samen können für Kinder tödlich sein. Dabei ist besonders tückisch, dass die Samen Hülsen ausbilden, die Kinder leicht mit Erbsen oder Bohnen verwechseln.
  • Die Herbstzeitlose blüht von August bis Oktober in verführerischem Rosa bis Lila. Die Blätter erscheinen aber schon im Frühjahr und sind dann dem Bärlauch zum Verwechseln ähnlich. Ihr Gift, das Colchicin, ähnelt Arsen und wirkt bereits in kleinen Mengen von fünf Gramm tödlich.
  • Der Seidelbast ist ein bis zu zwei Meter hoher Strauch, der von März bis Mai rosafarben blüht und einen betörenden Duft verbreitet. Danach bildet er Beeren aus, die appetitlich rot leuchten. Finger weg! Zehn bis zwölf der Beeren können für Kinder tödlich sein. Die anderen Pflanzenteile sind ebenfalls giftig.
  • Auch der Riesen-Bärenklau mit seinen imposanten Blüten von bis zu 50 Zentimetern Durchmesser ist im Garten kaum zu übersehen. Das auffällige Distelgewächs erreicht sehr schnell Wuchshöhen von zwei bis vier Metern. Doch der austretende Pflanzensaft verursacht in Verbindung mit Sonnenlicht schwere schmerzhafte Verbrennungen, die nur langsam abheilen. Tödliche Vergiftungen sind nicht zu befürchten.
  • Die Eibe lässt sich besonders gut in Form schneiden und wird daher in Gärten als Hecke geschätzt. Das Gift konzentriert sich hauptsächlich in den Nadeln der Pflanze, weshalb seltener Menschen als vielmehr Haus- und Nutztiere betroffen sind. Der Verzehr von 50 bis 100 Gramm Eibennadeln gilt als lebensbedrohlich.

Neben diesen gibt es noch zahlreiche andere Pflanzen, die nicht selten in deutschen Gärten zu finden sind und eine bedrohliche Konzentration an Giftstoffen aufweisen. Dazu gehören Bilsenkraut, Gefleckter Schierling, Stechapfel, Engelstrompete, Wunderbaum und Fingerhut, um die zu nennen, die im Vergiftungsfall auch tödlich wirken können.

Was tun bei Vergiftung?

Kommt es trotz aller Vorsicht zu einer Vergiftung, sollten Sie sich sofort an eine Giftinformationszentrale und an einen Arzt wenden. Es hilft, Wasser oder Tee in kleinen Schlucken zu trinken, auf keinen Fall Milch. Sie beschleunigt in vielen Fällen die Giftaufnahme durch den Darm.

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