Gaming Remakes in der Games-Branche

Remakes sind auch in der Games-Branche beliebt. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Remakes gibt es nicht nur bei Filmen – auch die Games-Branche bringt gerne alte Spiele neu raus. Dabei geht es oft kreativ zu.

Für Hollywood sind Remakes eine große Einnahmequelle. Denn nichts ist leichter, als einem alten Filmstoff neue Schauspieler und Kameraperspektiven zu verpassen und damit Geld zu verdienen. Doch nicht nur die Filmbranche hat Remakes für sich entdeckt. Auch Spieleentwickler bringen seit einigen Jahren immer wieder Klassiker in neuem Gewand.

Hier ist es aber nicht nur der Wunsch, eine Geschichte einer neuen Generation vorzustellen. Oft sind die Spiele, die neu gemacht werden, schwer oder gar nicht mehr spielbar. Einfach, weil die Games-Branche so eine rasante Entwicklung gemacht hat. Manchmal nehmen die Entwickler die Möglichkeit des Remakes auch als Anlass, das Spiel an entscheidenden Stellen zu ändern, zu ergänzen oder zu verbessern.

Altes Spiel in neuer Verpackung

In den vergangenen drei Monaten gab es gleich drei Spiele, die sehr gut die Möglichkeiten eines Remakes zeigen: „Final Fantasy VII Remake“, „Resident Evil 3“ und „Persona 5 Royal“. Bei „Final Fantasy VII“ und „Resident Evil 3“ handelt es sich um zwei Spiele, die mehr als 20 Jahre alt sind. Wer die Originale heute noch spielen möchte, muss sich nicht nur anstrengen, passende Adapterprogramme zu finden, er trifft auch auf Spielprinzipien, die einfach nicht mehr modern sind. Deshalb hat Capcom, die Firma hinter „Resident Evil“, angefangen, die alten Spiele in vollkommen neuem Gewand zu zeigen. Neuer Teil dieser Serie: „Resident Evil 3“. Der Spieler muss hier seinen Charakter zwar immer noch durch eine von Zombies überlaufene Stadt lotsen, macht das jetzt aber anders als noch vor 20 Jahren. Das kommt der unheimlichen Atmosphäre des Spiels sehr zugute. Die Charaktere sehen gut aus, alles spielt sich flüssig und wird vor allem durch den einfach nicht tot zu bekommenden Gegner Nemesis richtig spannend. Einziges Problem: Leider haben die Entwickler einige Szenen aus dem Original gestrichen, was die Spielzeit sehr verkürzt.

Kampf gegen das Schicksal

Ähnlich wie bei Capcom wird wohl auch der Gedankengang bei den Entwicklern von SquareEnix gewesen sein, als es an das „Final Fantasy VII Remake“ ging. Obwohl das Rollenspiel als eines der besten Games aller Zeiten gilt, zeigt sich in Grafik, Story und Spielprinzip, wie alt es eigentlich ist. Das aktuelle Entwicklerteam hat aber nicht nur die Grafik und Steuerung modernisiert, es hat auch die Geschichte geändert. Man könnte die Story von „Final Fantasy VII Remake“ sogar als Kommentar auf den Erfolg des Originals und seinen Einfluss lesen und als Versuch, einem vermeintlich unausweichlichen Schicksal zu entkommen.

In puncto Spielsteuerung ist „Final Fantasy VII Remake“ modernisiert und hat das rundenbasierte Kampfsystem des alten Spiels durch eines ersetzt, das eher „Final Fantasy XV“ entspricht.

Viele neue, kleine Details

Im Vergleich zu „Resident Evil“ und „Final Fantasy VII“ ist „Persona 5“ noch richtig jung. Gerade einmal zwei Jahre gibt es das Spiel, aber schon hat Entwicklerstudio Atlus mit „Persona 5 Royal“ ein Remake gemacht. Überraschend ist das nicht, denn alle „Persona“-Spiele seit Teil drei bekommen knapp zwei Jahre später eine neue Version. Bei „Persona 5 Royal“ kommen zum ohnehin schon umfangreichen Hauptspiel so noch einmal gut 20 zusätzliche Spielstunden hinzu. An der Geschichte rund um die mysteriösen „Phantom Thieves“ hat sich auf den ersten Blick wenig geändert. Aber die vielen kleinen Details, an denen die Entwickler geschraubt haben, und ein neuer Charakter machen das Spiel stellenweise zu einer vollkommen neuen Erfahrung.

Trotz ihrer Unterschiede zeigen „Resident Evil 3“, „Final Fantasy VII Remake“ und „Persona 5 Royal“ sehr gut, dass Remakes mehr sein können als ein simples Wiederholen guter Dinge. Mit etwas Kreativität werden aus Klassikern vollkommen neue Erfahrungen.

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